Allgemein

Erinnerungen an Bill Mollison

Bill Mollison (1928-2016) wird zurecht auch „Vater der Permakultur“ genannt. Voller Ideen und Tatendrang, eigenwillig und charismatisch wie er war, hat er bei den meisten Menschen, die ihm begegneten, einen tiefen Eindruck hinterlassen. Mollisons Vermächtnis lebt weiter: in der heutigen Permakultur-Bewegung und in den Herzen und Köpfen der vielen Menschen, die sich an ihn erinnern.

Trifft man Menschen, die Bill Mollison kannten oder liest von Begebenheiten mit ihm, so wird schnell deutlich: sein Denken war immer pragmatisch, handlungsorientiert und, wenn es sein musste, kompromisslos. Kein Wunder, denn ihm und seinen Freunden war schon damals klar: es geht um nichts Geringeres, als darum, unseren Planeten vor der völligen Zerstörung zu bewahren! Als Umwelltschützer „der ersten Stunde“ verhinderte Mollison Staudamm-Projekte in Australien, kämpfte für die Ausweisung von Naturschutzreservaten und trat auf der Seite der Aborigines für deren Rechte ein. 1978 erschien sein Buch „Permaculture One“, in dem er, zusammen mit seinem damaligen Studenten David Holmgren, erstmals die Idee der Permakultur als ein verknüpfendes, übergreifendes Lebens- und Gestaltungsprinzip vorstellte. Ein wunderbares, eigentlich  einfaches und undogmatisches Konzept zur Vernetzung ökologischer Maßnahmen auf allen Gebieten, zur Rettung unseres Planeten. Es ist heute aktueller denn je!

Mit der Kamera dabei

Diana Mara Henry, eine renommierte Fotojournalistin aus den USA, die unter anderem durch ihre Fotos von der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, von der Frauenbewegung und vom Widerstand gegen den Vietnam-Krieg bekannt wurde, lernte Mollison Anfang der 1980er Jahre kennen und begleitete ihn bei einigen seiner internationalen Permakultur-Kurse mit der Kamera.

Für die junge Fotografin eine prägende Begegnung, sie sagt:  „Als eine Person der Gegenkultur wäre ich wohl nie den Weg gegangen, den ich gegangen bin, hätte ich nicht Bill Mollison getroffen und von ihm gelernt!“ Mit ihren Fotos ist es Diana Mara Henry gelungen, etwas vom besonderen Geist dieser Zeit und der damals herrschenden „Aufbruchstimmung“ einzufangen, die auch heute wieder so dringend nötig ist! Danke an Diana, dass wir hier einige ihrer Aufnahmen verwenden dürfen!

Billl Mollison beim Permakultur-Unterricht, 1981.

Permakultur, Zigaretten und irischer Whiskey

Auch der irische Architekt Prof. Declan Kennedy und seine Frau Margrit lernten Bill Mollison Anfang der 1980er Jahre kennen. Die beiden waren sofort begeistert von seinen Ideen und luden ihn zu einem Besuch zu sich nach Berlin ein; später trugen sie maßgeblich dazu bei, dass sich die Permakultur-Idee in ganz Europa verbreitete. Declan Kennedy erinnert sich noch gut an die sehr lebendige, gemeinsame Anfangszeit. In seinem Rückblick  „bill-mollison-mein-freund-und-lehrer“ schrieb er 2016 in seinem Blog:

„Es war nicht nur lustig sondern auch erschreckend, wenn Bill Fakten und Details zur globalen ökologischen Situation nannte, die wir bis dahin nur sehr bruchstückhaft kannten. Doch seine ungewöhnlichen Lösungswege überzeugten uns beiden. Er begann mit seinen Erklärungen um 9 Uhr morgens und hörte um Mitternacht auf. Wir hatten so etwas wie einen konzentrierten privaten 72-stündigen Permakultur Designer Kurs – mit vielen praktischen Beispielen, Zeichnungen und Grafiken. Die Kosten waren bescheiden: 2 Packungen Zigaretten und eine Flasche irischen Whiskey pro Tag.“

Es dauerte nicht lange, und man machte sich im Berliner Umland an die praktische Umsetzung der Ideen:

„Wir begannen im 6 mal 12 Meter großen Garten und im Wald um den Schlachtensee Pflanzen zu beobachten, manchmal auszurupfen und in den Garten zu setzten. Margrit war Vegetarier. Abends mussten wir mit Bill – der passionierter Fleischesser war – in ein Restaurant gehen um für ihn Lamm oder ein Steak zu bestellen. In der „Paris Bar“ in der Kantstraße in Berlin-Charlottenburg, wo er – wie immer – einen deutschen Wein bestellen wollte, und ihm der Kellner leicht indigniert sagte, dass sie nur französischen Wein servieren, bestellte er ein „Hardy Wallbanger“ (Orangensaft mit Wodka). Da musste selbst der Kellner lachen. Solche kulturellen Kontrast-Situationen liebte Bill und hat sie überall irgendwie erzeugt.“

Den vollständigen, sehr lesenswerten Artikel von Prof. Declan Kennedy findet Ihr hier:

http://declan.de/bill-mollison-mein-freund-und-lehrer/

Die Website der Fotografin Diana Mara Henry findet Ihr hier:

http://www.dianamarahenry.com/

Die Fotos in diesem Artikel erscheinen mit freundlicher Genehmigung von Diana Mara Henry.
Keine unerlaubte Vervielfältigung oder Nutzung!

Ein Kommentar

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.