Schnecken im Gemüsebeet! Was tun?

Der Kosmos, ganz klein.  Das Haus einer Weinbergschnecke.

Schnecken – aus Lakritz sind sie wunderbar!  Aber im Gemüsegarten? Bei feuchtem Wetter werden die schleimigen Gesellen zur echten Plage für viele Gärtner, vor allem die berüchtigte “spanische Wegeschnecke”. Ein Hinweis darauf, dass mit dem natürlichen, ökologischen Gleichgewicht etwas nicht stimmt. Doch was kann man tun, um Bohnen, Kohlrabi & Co. vor Schnecken zu schützen?

Frei nach Permakultur-Vater Bill Mollison könnte man sagen: “Du hast kein Zuviele-Schnecken-Problem, Du hast ein Zu-wenige-Laufenten-Problem!” Denn Laufenten fressen Nacktschnecken und sind eine hervorragende Gemüsebeet-Polizei. Allerdings brauchen Sie Auslauf und viel Platz. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, den Garten vor Schnecken zu schützen, allerdings muss man selbst probieren, was am besten funktioniert; keine Methode wirkt ganz alleine und 100-prozentig! Absolutes No-go im im Permakulturgarten sind allerdings Gifte, wie zum Beispiel Schneckenkorn, denn diese können großen Schaden anrichten, da sie auch die natürlichen Fressfeinde der Schnecken, wie zum Beispiel Igel, Kröten oder bestimmte Vögel, schädigen! Am besten ist ein natürliches Gleichgewicht im Garten, mit möglichst vielen verschiedenen Pflanzen, die sich gegenseitig stärken. Auch Tagetes schreckt Nacktschnecken ab!

Nicht alle Schnecken sind schädlich!

Die Weinbergschnecke ist geschützt – und hilft sogar gegen Nacktschnecken, da sie deren Eier frisst. Man sollte Weinbergschnecken im Garten daher dulden; auch andere Schnecken mit Gehäuse, wie zum Beispiel die Bänderschnecke erfüllen eine wichtige Funktion: ihr kalkhaltiges Gehäuse steht auf dem Speiseplan der Drossel und auch anderer Vögel und liefert wertvolle Mineralien, die die Vögel für gesunde Eier und ihren Nachwuchs brauchen!

Methoden: Kaffeesatz, Absammeln und Schneckenzaun

Und was tut man nun am besten gegen eine Schneckenplage? Viele Gärtner empfehlen Schneckenzäune aus Stahl, die zum unüberwindlichen Hindernis für die schleimigen Vielfraße werden, allerdings sind diese Zäune vergleichsweise teuer. Auch Streifen aus Sägemehl, Kaffeesatz  oder Branntkalk sollen Schnecken abschrecken, allerdings müssen sie in einem mindestens 10 cm breiten Streifen um die Pflanzen herum angelegt werden und ständig erneuert werden. Das erfordert Platz und Zeit! Die vielbeschworene “Bierfalle” (ein in der Erde vergrabenes Gefäß mit Bier, das die Schnecken anlockt und  in dem sie landen) kann sich auch zum Bumerang entwickeln, denn sie lockt Schnecken aus weiter Entfernung an! Das beste ist daher oft , man sammelt die Schnecken abends und bei feuchter Witterung regelmäßig ab. Ein unter Natur-Gärtnern umstrittenes Thema, das in vielen Beiträgen verschwiegen wird, um keine ethischen Fragen aufzuwerfen ist allerdings: was tut man mit den abgesammelten Schnecken? Bestimmte Religionen und Lebensweisen implizieren ja Vorstellungen und Grund-Überzeugungen, die mit dem Töten der Plagegeister nur schwer oder gar nicht vereinbar sind (Stichwort: Karma)! Muss man die Schnecken deswegen gesammelt in den Wald fahren? Auch wir überlassen diese schwierige Entscheidung jedem Gärtner selbst! Fest steht: auch Schnecken haben eine wichtige Funktion im Garten, da sie dazu beitragen, absterbendes Pflanzenmaterial in Humus umzuwandeln. Wie immer ist daher auch etwas Gelassenheit oberste Permakultur-Gärtner-Pflicht! Am besten man verbündet sich einfach mit Igeln, Kröten, Blindschleichen und anderen Fressfeinden der Nacktschnecke, und schafft für diese gute Lebensbedingungen und  eineangenehme Atmosphäre in seinem Garten!

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