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Bauernpräsident erhält „Umwelt-Dinosaurier“ 2017

Seinen Negativ-Preis der besonderen Art vergibt der NABU in diesem Jahr an Joachim Rukwied, den Präsidenten des Deutschen Bauernverbands (DBV). Die 2,6 Kilogramm schwere Nachbildung einer Riesenechse („Dinosaurier des Jahres“) muss man sich erst einmal verdienen – durch das Festhalten an umweltzerstörerischen Entscheidungen und besonders viel Ignoranz. Rukwied präsentiert sich als durch und durch würdiger Preisträger, denn er streitet eine Verantwortung der industriellen Landwirtschaft für das Artensterben stets ab. Darüber hinaus gilt er als überzeugter Glyphosat-Befürworter und verteidigt beharrlich das Milliarden Euro teure EU-Subventionssystem, das zulasten von Natur, ökologischer Landwirtschaft und Steuerzahlern geht.

„Die Öffentlichkeit ist erschüttert über die erneute Zulassung für Glyphosat, über zu viel Nitrat im Grundwasser und das drastische Insekten- und Vogelsterben – doch Herr Rukwied hält unbeirrt an seiner Linie fest, das System der Agrarpolitik mit milliardenschweren Blankoschecks vom Steuerzahler ohne Wenn und Aber zu verteidigen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Dadurch setze er auch die Zukunft vieler Bäuerinnen und Bauern aufs Spiel: Denn schwinde die gesellschaftliche Akzeptanz für die Landwirtschaft, versiege langfristig auch die Förderung aus der Staatskasse. Die von Rukwied vehement verteidigten Pauschalsubventionen pro Fläche seien zudem nachweislich kein geeignetes Mittel, um das Höfesterben aufzuhalten.

Intensivierung und „Effizienz“ der Landwirtschaft hat fatale Folgen

Der NABU hatte 2001 bereits Rukwieds Vorgänger an der DBV-Spitze, Gerhard Sonnleitner, mit dem Negativ-Preis bedacht, denn auch dieser hatte vor allem Industrie-Interessen vertreten und sich gegen eine Agrarwende ausgesprochen. Seither hat sich nichts verbessert, im Gegenteil: „Der Zustand von Wiesen und Weiden hat sich dramatisch verschlechtert, die Bestände von Feldvögeln wie Kiebitz und Feldlerche befinden sich ungebremst im freien Fall“, so Tschimpke. Das Szenario des „stummen Frühlings“ sei keine Panikmache der Naturschützer, sondern werde in großen Teilen unserer Agrarlandschaft zunehmend Realität. „Rebhuhn, Feldhamster und vielen anderen ehemaligen Allerweltsarten fehlt inzwischen der Lebensraum. Sie drohen auszusterben. Gleichzeitig verlieren wir die auch für die Landwirtschaft wichtigen Insekten als Bestäuber und Regulatoren von Schädlingen“, so Tschimpke.

Zweifellos ist so ein Dinosaurier ein gewichtige Trophäe,  wir von Permakulturtipps.de  hoffen aber vor allem, dass der NABU-Preis Anlass dafür ist, endlich umzudenken – auch im Bauernverband!  Es ist höchste Zeit, sich für mehr ökologische Landwirtschaft, Kreislaufdenken, ein Verbot von Glyphosat und anderen Agrar-Giften einzusetzen! Sollte die  Agrarwende nicht gelingen, werden unsere Kinder und Enkelkinder die Liste der „Dinosaurier-des-Jahres“-Preisträger studieren – und dann wissen, wer dafür verantwortlich ist, dass auch noch die letzten Reste einer ursprünglich einmal vielfältigen und schönen Natur zerstört wurden!

Zur ganzen Pressemeldung des NABU

 

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