Blüten ohne Bienen?
Allgemein Garten und Pflanzen

Immer weniger Insekten in Deutschland: Rückgang um 75 Prozent seit 1990!

Der NABU schlägt Alarm: der Insekten-Rückgang in Deutschland ist wesentlich dramatischer, als viele Forscher lange glaubten, und inzwischen eine nicht mehr zu leugnende Tatsache. Das belegt eine gerade veröffentlichte Studie, die Auswertungen aus einem Zeitraum von über 25 Jahren berücksichtigt: Insgesamt wurden dabei an 63 Standorten Insekten-Fallen ausgewertet. Ergebnis: „Die ermittelten Biomasseverluste betragen durchweg mehr als 75 Prozent, im Durchschnitt für die Sommerperiode 81,6 Prozent (…) und für die Vegetationsperiode von April bis Oktober 76,7 Prozent (…). Der Abwärtstrend ist überwältigend, und eine Erholung nicht absehbar.“ Zur ganzen Meldung des NABU gelangt Ihr hier: https://blogs.nabu.de/naturschaetze-retten/insektenstudie/

 

Ein so dramatischer Rückgang der Insekten hat langfristig Auswirkungen auf unser gesamtes Öko-System, denn die Insekten sind nicht nur wertvolle Nahrungsquelle für viele Vögel, sondern auch wichtige Bestäuber zahlreicher Pflanzen und Bäume! Verharmlosung ist also völlig fehl am Platz! Doch was lässt sich tun, um das Insektensterben zu stoppen?


Um den Insektenbestand nicht völlig zu verlieren, und verbliebene Arten zu schützen, ist eine Kehrtwende in der Agrarwirtschaft erforderlich, denn eine ganz wesentliche Ursache für das Insekten- und Artensterben ist die industrielle Landwirtschaft und ihr trostloses Bild: Großflächige Monokulturen, Glyphosat und andere Pestizide, kaum noch Büsche und Bäume entlang der Äcker, von offener Weidehaltung ganz zu schweigen.- Aber wie reagiert der Bauernverband? „Voreilige Schlüsse in Richtung Landwirtschaft verbeiten sich“, teilte Bauernverbands-Generalsekretär Bernhard Krüsken in einer Reaktion auf die Studie mit. Dabei ist längst erwiesen: chemische Pestizide der Gruppe Neonikotinoide führen zu einem Orientierungsverlust von Wildbienen. Und das in der Landwirtschaft in großem Umfang eingesetzte Totalherbizid Glyphosat tötet alle „unerwünschten“ Pflanzen, vernichtet wertvolle Lebensräume und Nahrungsquellen vieler Insekten und Vögel.

„Nein!“ zu noch mehr Flächenversiegelungen und Autobahnen!

Doch auch immer mehr Flächenversiegelung, Industriegebiete und Autobahnen, vernichten wichtige Naturflächen. Umdenken ist das Gebot der Stunde! Weg von Wachstumsideologie, Lobby-Politik und kurzfristigem Profitdenken, hin zu mehr Nachhaltigkeit, neuen Verkehrskonzepten, ökologischer Landwirtschaft und Permakultur! Aber leider geht der Irrsinn munter weiter. Gutes Beispiel: der von Ministerpräsident Weil (SPD) Hand in Hand mit der Industrie- und Handelskammmer propagierte Ausbau der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg. Wen es interessiert: einen immer noch lesenswerten Beitrag über die Verflechtungen von Autobahn-Lobby und Politik gibt es hier: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/307735-parlamentarischer-abend-zu-autobahn-projekten

Permakultur: Mut zu kleinen Schritten

Ein Kampf gegen Windmühlen? Wie gut, dass eigentlich jeder (!) einen Beitrag gegen das Insekten- und Artensterben leisten kann! Balkon- und Kleingartenbesitzer, die auf Blühpflanzen und Wildwuchs setzen, Gärtner, die statt Kiesflächen und Thujahecken lieber Beinwell, Johannnisbeeren und Faulbäume pflanzen, Stadt-Imker, die Bienenvölker umsorgen, Familien und ganze Dörfe, die auf Laubbläser verzichten, Landwirte, die auf Bio umsteigen …. Kleine Schritte, die sich aber summieren, und ganz wichtig sind, um einen neuen Weg zu gehen. Es lebe die Permakultur!

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