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Kaffee kochen ohne Kapseln? 6 Tipps für die Zubereitung!

 

 

Klein, bunt und einfach zu dosieren: der Markt für Kaffeekapseln boomt und hat noch immer enorme Zuwachsraten. Resultat: ein gigantischer Müllberg. Allein die Menge, die Marktführer Nespresso, eine Tochter des Schweizer Nestlé-Konzerns, herstellt ist gewaltig: auf rund 8 Milliarden Kaffeekapseln weltweit wird die Jahres-Produktion geschätzt, das entspricht bei einem Gewicht von rund einem Gramm pro Kapsel einem Gesamtgewicht von acht Millionen Kilogramm Abfall!

Kurios: selbst Deutschlands vielleicht wahrhaftigster Charakterdarsteller, Christian Ulmen, tappte in die Kaffee-Kapsel-Falle. Gut gelaunt eröffnete er 2016 als Werbebotschafter die erste Berliner Filiale von „Qbo“, einer Tchibo-Tochter, und das ausgerechnet auch noch mit einem ehemaligen Umweltminister (Klaus Töpfer). Dort bei Qbo gibt es Kaffeemaschinen, die per Smartphone-App gesteuert werden können und Kaffeekapseln, die nur aus Plastik bestehen. Tchibo argumentiert, die Kapseln seien umweltschonend, weil sie nur aus Kunststoff bestehen, und sich besser recyceln lassen.

Richtig ist, dass bei vielen Kapseln Aluminium und Plastik verbunden sind, dadurch ist das Recycling enorm erschwert! Aber selbst wenn einheitliches Material verwendet wird und die Kapseln in den gelben Sack wandern: die tatsächliche Recycling-Quote liegt bei weit unter 50 Prozent! Hinzu kommt der enorme Ressourcen- und Energieverbrauch für die Herstellung der Kaffee-Kapseln, die Maschinen und das damit verbundene Marketing! Das soll nachhaltig sein? Wir sind, vorsichtig gesagt, skeptisch. Handelt es sich möglicherweise gar um einen Fall von Greenwashing?

Auch „normale“ Kaffeemaschinen verbrauchen Strom und bestehen zu einem großen Teil aus Kunststoff. Für Freunde der Permakultur, die Müllberge, Plastik und Ressourcenverschwendung ablehnen, ist das alles keine gute Lösung! Welche Alternativen gibt es?

Hier unsere 6 Tipps für eine „enkeltaugliche“ Kaffeezubereitung:

1. Handfilter aus Keramik / Porzellan-Kaffeefilter

„Zurück zu den Ursprüngen!“ Der gute alte Porzellan-Filter ist und bleibt das Maß aller Dinge, wenn es um aromatischen Kaffee geht. Entdecke die Langsamkeit und genieße das Zeremoniell der entschleunigten Kaffeezubereitung!

2. Kaffeebereiter aus Glas mit Edelstahlfilter zum Herunterdrücken

… auch „French press“ oder „Pressstempelkanne“ genannt. Leider sind bei diesem Produkt oft auch einige wenige Teile aus Kunststoff – dafür gibt es einen Punktabzug!

3. Espressokocher aus Edelstahl/ mit Edelstahlfilter

Ob diese Lösung passt, ist natürlich auch geschmacksabhängig, da nur starker/konzentrierter Kaffee bzw. Espresso zubereitet werden kann, außerdem nur für kleinere Mengen geeignet!

… unabhängig von der Zubereitunsmethode: weitere Tipps, für eine ökologische, energiesparende Kaffee-Zubereitung:

4. Verschwendung vermeiden!

Koche immer nur soviel Kaffee, wie du wirklich benötigst, falls doch etwas übrig bleibt, fülle den Kaffee am besten in eine Thermoskanne!

5.  Kaffeesatz ist ein wertvolles Kompost-Material!

Hebe den Kaffeesatz daher am besten auf bzw. gebe ihn zum Kompost oder in die Bio-Tonne!

6. Kaffee clever und verantwortungsvoll konsumieren!

Kaufe am besten fair gehandelten Bio-Kaffee aus nachhaltigem Anbau und unterstütze kleine und transparent agierende Umwelt- und Naturschutz-Initiativen, die Bäume pflanzen und sich für den Erhalt und die Schaffung von Ausgleichsflächen zu Kaffeeplantagen einsetzen!

PS: Lieber Christian Ulmen, wenn Du das hier liest: es ist nie zu spät: lass das mit dem Plastik doch lieber – und werde bei uns Werbebotschafter für Permakultur! Wir verzeihen Dir! ;-)

PPS: Wer partout nicht auf Kaffeekapseln verzichten kann oder möchte, für den könnten wiederbefüllbare Kapseln -zur Not- eine Alternative bzw. Übergangslösung sein. Was meint Ihr?

 

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=-AuLkJ5FVd0

 

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