Lehmofenbau
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Lehmofen bauen – mit „rocket“-Effekt

Zu einem richtigen Permakulturgarten gehört natürlich auch ein Lehmofen, denn darin kann man in Eigenregie wohlschmeckendes Brot, Pizza und andere Gerichte zubereiten! Bauanleitungen für Lehmöfen gibt es wie Sand am Meer. Doch welcher Lehmofen ist der richtige? Und wie wird so ein Ofen richtig effizient?

Verbindendes Element von Lehmöfen ist die gut isolierte Rund-Kuppel aus Lehm, die meist auf einem Gerüst bzw. einer  Form aus feuchtem Sand errichtet wird. Ist die gewünschte Ofenform erstellt, wird der Sand  mit feuchtem Zeitungspapier abgedeckt und anschließend mit einer mindestens 10 cm dicken Lehmschicht bedeckt. Den Lehm kann man mit Stroh-Häckseln oder Perlite vermischen, dadurch wir er stabiler und lässt sich besser verarbeiten.  Nach dem Austrocknen der  Lehm-Kuppel wird der Sand durch die Ofentür-Öffnung herausbefördert. Am besten plant man für das Austrocknen des Lehms mindestens eine Woche,  besser aber zwei bis drei Wochen  ein. Vor dem Lehmofen-Bau sollte man sich gut überlegen, ob man einen Schornstein mit einplant oder ob man darauf verzichtet und der Rauch durch die Ofentür entweichen soll. Empfehlenswert ist eine Schornstein bzw. ein Ofenrohr für den Lehmofen –  am besten überlegt man auch gleich, ob man eine Drosselklappe oder eine vergleichbare Vorrichtung mit einbaut, denn dadurch lässt sich die Wärme besser im Ofen halten.

Für die Gestaltung des Ofenraumes  gibt es viele Möglichkeiten. Man kann hitzebeständige Schamottesteine verwenden, die man in einem Sandbett, mit etwas Zwischenraum verlegt, damit sich die Steine  bei Hitze ausdehnen können, es gehen aber auch gebrannte Ziegelsteine, oder man fertigt auch den Boden aus Lehm. Auch ein Pizzastein aus Schamotte kann als Boden des Lehmofens verwendet werden, am besten legt man ihn auf eine Stütze aus kleinen Ziegelsteinen. Praktisch ist ein Ofen mit eigener Brennkammer, denn so kann der Ofen mit wenig Holz sehr effizient aufgeheizt werden und das Feuer lässt sich gut regulieren –  auch noch dann, wenn sich im Ofen bereits Speisen befinden.  Für den Lehm-Ofen sollte man ein solides Fundament und am besten einen Überstand bzw. ein Dach gegen Regen bauen. Man kann die Lehmkuppel zum Schluss auch mit einem Kalk-Putz versehen und so noch etwas witterungsbeständiger machen (zum Schluss am besten noch etwas Leinöl auftragen, das imprägniert die Kalkschicht zusätzlich).

So ein Lehmofen sollte am besten langsam und vor Frost und Regen geschützt austrocknen. Jetzt, im Sommer ist also gerade die richtige Zeit dafür!

Sehr zu empfehlen ist ein Pizzaofen-Thermometer mit einer Skala bis 300 oder 500 Grad, denn so kann man schnell ablesen, wann die richtige Betriebstemperatur zum Backen erreicht ist. Deweiteren empfiehlt sich ein Pizza-Schieber, mit dem die Speisen in den Ofen befördert werden können. Oder man verwendet uneschichtete Pizzableche, und schiebt die fertig belegte Pizza so in den Lehmofen!  Eine sehr gute Anleitung zum Bau eines Lehmofens mit eigener Brennkammer hat das Team von „Organic Motion“  (www.organicmotion.com.au) bei Youtube veröffentlicht. Das Video zeigt den Bau eines effizienten Lehmofens im Zeitraffer. Die englische Bezeichnung dieses Ofens lautet „Rocket cob oven“. Wichtiges Element ist bei dieser Bauweise die sogenannte „Diffusor Plate“, also eine nicht brennbare Scheibe (aus Metall oder Keramik) die verhindert, dass die Hitze aus der Brennkammer direkt in den Ofen schlägt.

 

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