Permakultur Matomo zaehler

"Bauernregel"-Kampagne
Allgemein

Mit „Bauernregeln“ für den Erhalt der Artenvielfalt? Umweltministerium zieht Plakat-Aktion zurück

„Gut zur Umwelt. Gesund für alle.“, so heißt die Anfang des Monats gestartete Kampagne des Bundesumweltministeriums, mit der für eine Naturverträgliche Landwirtschaft und eine Reform der europäischen Agrarförderung geworben werden soll.

Dazu gehörten anfangs auch Plakatmotive, mit denen im Stil alter Bauernregeln für mehr Umweltbewusstsein und Artenschutz in der Landwirtschaft geworben werden sollte. Nun hat das Ministerium die Plakataktion zurückgezogen, weil Agrar-Minister Christian Schmidt (CSU) und die Landesbauernverbände heftig dagegen protestiert haben. Angeblich würden damit Landwirte verunglimpft und beleidigt. Stimmt das? Bildet Euch selbst eine Meinung!

„Gibt`s nur Mais auf weiter Flur, fehlt vom Hamster jede Spur“, „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ Oder: „Bleibt das Ackergift den Feldern fern, sieht der Artenschutz das gern“ :

Lässt sich mit solchen „Bauernregeln“ für einen Erhalt der Artenvielfalt und eine umweltfreundliche Landwirtschaft werben – oder ist das wirklich eine Beleidigung von Landwirten? Die Plakatmotive sind auf der Kampagne-Website des Bundes-Umweltministeriums nicht mehr zu finden. Dort heisst es lapidar: „Wir sind nach wie vor überzeugt, dass unsere „Bauernregeln“ harmlos und keineswegs dazu angetan sind, irgendjemanden zu beleidigen, zu diffamieren, zu verunglimpfen oder dergleichen. Nichts läge uns ferner. Wir nehmen aber zur Kenntnis, dass es nicht wenige Menschen gibt, die das ganz anders sehen. Diese Empfindungen respektieren wir und bedauern, dass sie entstanden sind.“

Böses Bauernbashing
Böses Bauernbashing oder schlichte Tatsachenbehauptung? Fragen über Fragen …

Haben die Erfinder der Kampagne möglicherweise den Finger in eine Wunde gelegt und daher soviel Empörung ausgelöst? Fest steht: es wird höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie die europäische Agrarpolitik künftig aussehen soll. Und das Permakulturgärtner gegen Glyphosat und andere Agrargifte sind, ist eigentlich klar!

Bekenntnis zur Permakultur? Umweltministerin Hendricks sammelt Pluspunkte.

Immerhin, in einem aktuellen Brief an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt verteidigte Umweltministerin  Barbara Hendricks (SPD) ihre Umwelt-Kampagne mit diesen Worten:

„Wir haben unbestreitbar enorme Umweltbelastungen aus der Landwirtschaft, wir müssen zudem sehr viel besser werden beim Schutz der biologischen Vielfalt und beim Tierwohl. Zugleich geht der Strukturwandel brachial weiter. Das alles werfe ich ganz sicher nicht – anders als Sie und der Deutsche Bauernverband es mir unterstellen – den einzelnen Landwirten und bäuerlichen Familien vor. Die vielen Höfe und Arbeitsplätze, die seit Jahrzehnten verloren gehen und weiten Teilen des ländlichen Raumes seine Bedeutung nehmen, gehen doch nicht auf meine Umweltpolitik oder die meiner Vorgänger zurück, sondern auf das Unvermögen der Agrarpolitik, trotz der enormen Milliardenbeträge an Agrarförderung, den Menschen im ländlichen Raum unternehmerische Perspektiven zu geben, Arbeitsplätze zu sichern und wieder zurückzugewinnen und anständige landwirtschaftliche Einkommen zu ermöglichen – und das alles im Einklang mit einer guten Umwelt.“

Den ganzen Brief findet Ihr hier:

https://www.bmub.bund.de/bmub/kampagnen/dialog-landwirtschaft/brief-hendricks-an-bundeslandwirtschaftsminister/

Die aktuelle Aktion des Umweltministeriums findet Ihr unter https://www.bmub.bund.de/dialog-landwirtschaft/

Bis zum 6. März 2017 werden dort im „Dialog-Forum“ noch Vorschläge dazu gesammelt, wie die Zukunft der Landwirtschaft gestaltet und zugleich die Artenvielfalt bewahrt und geschützt werden kann. Unser Tipp: Beteiligt Euch, denn es geht um die Zukunft unserer Umwelt und Ernährung!

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