Permakultur Matomo zaehler

Wald in Vorfrühling
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Plädoyer für Bäume mit Ästen und natürlicher Krone

Gerade jetzt, im Winter, gehen allerorts die Freunde der Motorsäge an die  Arbeit, das Brummen der Benzin-Sägen hallt durch Flora und Fauna. Natürlich ist so eine Motorsäge eine enorme Arbeitserleichterung. Und generell ist das Heizen mit Holz ja sogar nachhaltig, vorausgesetzt, es werden  genug neue Bäume angepflanzt! Aber nicht immer werden Bäume mit dem Respekt behandelt, den sie verdienen!

"Baumpflege" am Rand einer "landwirtschaftlichen Nutzfläche" - So bittte nicht!
„Baumpflege“ am Rand einer „landwirtschaftlichen Nutzfläche“ – So bittte nicht!

Insbesondere entlang der Bundesstraßen ist es inzwischen zur Regel geworden,  Bäume radikal „auszuasten“und  beim kleinsten Verdacht auf Schädlingsbefall zu fälllen. Und nicht selten werden bei der Gelegenheit  auch gleich alle Büsche und Hecken „auf Stock gesetzt“, also entfernt. Ein lapidarer Hinweis auf die Verkehrssicherheit reicht aus. Augenmaß? Fehlanzeige. Und das jedes Jahr wieder!  Man hat den Eindruck, an vielen Bäumen wird solange herumgeschnitten und gesägt, bis sie absterben. Dabei sollte doch eigentlich nur sogenanntes „Totholz“ beseitigt werden  –  und die Gefahr durch überhängende Äst , die den Autoverkehr beeinträchtigen könnten!

Vielerorts wird offensichtlich leider nicht daran gedacht, dass die Vegetation auch Erholungsphasen benötigt! Und was die jährlich beauftragten „Grünpfleger“ freuen mag, ist das Ende für viele Tiere, die sich in den verbleibenden Straßenbäumen und Büschen engerichtet haben. Muss das sein? Wir plädieren für einen rücksichtsvolleren Umgang mit Bäumen, auch entlang unserer Straßen!

Das gleich gilt für viele landwirtschaftliche Nutzflächen. In den letzten Jahren ist überall in Deutschland zu beobachten, dass Bäume, Hecken und Büsche entlang von Ackerflächen verschwinden und einem skurilen „Ordnungswahn“ zum Opfer fallen. Hohe Schlehenhecken zum Beispiel, sind vielerorts eine Seltenheit geworden. Eine Tragödie, vor allem für die Vogelwelt! Schuld sind vermutlich auch die neue Maschinen, die sich an den Traktor anhängen lassen und mit denen eine Hecke in Nullkommanix auf das gewünschte Maß gestutzt oder gleich ganz beseitigt werden kann. Wir appellieren an alle Landwirte, endlich mehr „Wildwuchs“ zuzulassen!



Konventionellen Landwirten, die befürchten, dass die Agrar-Subventionen für ihre Ackerflächen durch überhängende Äste gefährdet sind (denn in den Satelitenaufnahmen erscheinen die Äste ja als „Naturfläche“, nicht als Acker) rufen wir zu: „Geht in Euch und gebt der Natur endlich einmal etwas zurück! Sonst wird sie uns nicht mehr lange ernähren!“ Das gegenwärtige EU-Agrar-Subventionsmodell muss dringend verändert werden! Am besten wäre es wohl, Subventionen vollständig abzuschaffen, denn sie schüren nur Profitgier und nutzen vor allem den großen Konzernen. Oder man beginnt endlich damit,  ökologischen Landbau und kleine bäuerliche Strukturen stärker zu fördern, als die industriell arbeitenden Großbetriebe.

Ist es nicht interessant, dass es früher noch Bauern  gab, denen Bäume, zum Beispiel Eichen, heilig waren?  Das scheint es heute leider kaum noch zu geben, in einer Zeit, in der alles im Zeichen von „Effizienz“  und Ertrag steht, ohne Rücksicht auf Verluste …

Allen, die heute eine Motorsäge ihr eigen nennen, empfehlen wir daher eine gehörige Portion Permakultur-Bewusstsein, Achtung und Respekt vor Bäumen! Denn sie produzieren z. B.  Sauerstoff und sorgen damit für unsere Lebensgrundlage! Unser Buchtipp zum Thema:

Peter Wohlleben: „Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt.“

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