Permakultur Matomo zaehler

Waldkauz
Allgemein

Wald- und Steinkauz: mehr Kauzigkeit wagen

Steinkauz (Athene noctua) und Waldkauz (Strix aluco) sind faszinierende Eulenarten. Warum sind die schönen, nachtaktiven  Vögel bei uns eigentlich so selten geworden? Wie unterscheiden sie sich, was können wir für ihren Schutz tun?

Und vor allem: was haben Kauze mit der Digitalisierung zu tun? ;-) Heute stellen wir Euch die scheuen Jagd-Künstler und Mäuse-Gourmets vor. Mit freundlicher Unterstützung und tollen Fotos von Bärbels-Naturfoto.de! :-)

Warum Eulen und Kauze Permakultur lieben

Immer mehr „aufgeräumte“ Landschaften, gestutzte Hecken und kaum noch alte oder gar „morsche“ Bäume. Der „Ordnungswahn“ greift leider vielerorts um sich. Doch was in der Wohnung gut und richtig ist, das schadet in der Natur oft mehr, als es nutzt! Denn viele Tiere, auch Eulen und Kauze, lieben „Unordnung“, sind auf Streuobstwiesen, alte Bäume mit Löchern und Totholz angewiesen!  Das liegt daran, dass sie z. B. besonders gern in abgestorbenen Baumstämmen und -Ästen ihre Nester bauen. Und solche Bäume werden leider immer seltener stehen gelassen!

Auch das Nahrungsangebot für Eulen und Kauze geht vielerorts zurück, und um die wenigen Beutetiere müssen die gefiederten Jäger dann oft noch mit anderen Tieren konkurrieren, z. B. mit streunenden Hauskatzen. Ein weiteres Problem: oft sind die Beutetiere mit Pestiziden und anderen Giften, die in der industriellen Landwirtschaft eingesetzt werden, in Kontakt gekommen. Das schwächt die Vögel und vermindert die Aussichten auf einen Bruterfolg.

Die gute Nachricht:
Wer ökologischen Landbau betreibt oder größere Flächen nach den Prinzipien der Permakultur bewirtschaftet, der tut auch etwas für Wald- und Steinkauz, Schleiereule & Co.! Dazu gehören Streuobstwiesen bzw. alte Obstbäume, in denen Eulen und Kauze einen Unterschlupf finden, sowie der grundsätzliche Verzicht auf Pestizide, Herbizide, Fungizide und andere Giftstoffe – im Wald, in der Landwirtschaft und im Garten!

Was Du für Kauze und Eulen tun kannst

Bist Du in der glücklichen Lage, alleine oder zusammen mit anderen Menschen ein Stück Land zu besitzen? Dann kannst Du Eulen und Kauzen relativ einfach helfen, indem Du zum Beispiel alte Bäume einfach stehen lässt! Auch Mäuse solltest Du in gewissem Maße dulden, sie werden durch viele Eulenarten „in Schach gehalten“ und sind so etwas wie  ihre „Leibspeise“. ;-) Wenn es in Deiner Umgebung an geeigneten Nistmöglichkeiten für Kauze, Eulen und andere Vogelarten mangelt, frage am besten bei Naturschutzorganisationen (z.B beim NABU oder BUND), ob und wie Du eine künstliche Nisthilfe einrichten kannst!  Um Kauzen, Schleiereulen und anderen Greifvögeln zu helfen, ist vor allem eine intakte Umwelt mit hoher Biodiversität und alten Bäumen wichtig. Aber auch unbenutzte Dachböden oder Scheunen lassen sich für einen Unterschlupf bzw. eine Nisthilfe nutzen. Weitere Möglichkeiten sind Steinkauzröhren, die sich in Obstbäumen befestigen lassen, oder Schleiereulenkästen für den Dachgiebel.

Wodurch unterscheiden sich Stein- und Waldkauz?

Der Waldkauz ist „auf den ersten Blick“ an seinen dunklen Augen zu erkennen. Viele andere Eulenarten (mit einigen Ausnahmen, z. B. der Schleiereule) haben hingegen eine gelbe oder orangefarbene Iris. So hat auch der Steinkauz gelbe Augen, und eine braune, weiß gefleckte Rückenseite. Steinkauze sind übrigens relativ klein –  kaum größer als eine Turteltaube, und wiegen nur etwa 150 Gramm. Die Rufe der Vögel sind markant und lassen sich mit etwas Übung unterscheiden. Waldkauz-Weibchen rufen „Kuwitt!“, ihre männlichen Artgenossen „Uuhu–huh-huuuuuh!“ ;-) Hier gibt’s den Ruf des Waldkauzes zum Anhören.

„Waldkauzcam“ – Balz des Waldkauzes beginnt gerade

Vielerort beginnt in diesen, schon frühlingshaftenTagen die Balz des Waldkauzes. Die Kreisgruppe Kempten Oberallgäu vom Landesbund für Vogelschutz hat eine „WaldkauzCam“ eingerichtet. Damit kannst Du live verfolgen, wie es bei einem Waldkauz „zuhause“ aussieht. Und, mit etwas Glück vielleicht schon bald das Brutgeschehen, bzw. die Aufzucht der Jungtiere?

http://www.lbv-kempten-oberallgaeu.de/waldkauzcam.html

Und was haben Kauze mit der Digitalisierung zu tun?

Aktuelles Thema: Der Bund will die Schulen in Deutschland in den nächsten Jahren mit bis zu 5 Milliarden Euro unterstützen – und so  die IT-Kompetenz von Schülern und Schülerinnen fördern. Ob das viele Geld alleine hilft? Mindestens ebenso wichtig wäre es wohl, nachwachsende Generationen auch für das Thema Natur und Umweltschutz zu sensibllisieren! Dazu könnnte gehören, das Thema Klima- und Umweltschutz noch stärker in den Unterricht einzubeziehen und aktive, praxisorientierte Lernangebote zu machen. Was spricht z. B. gegen noch mehr Schulklassen, die eine Kauz- oder  Eulen-Patenschaften übernehmen? Oder Schülerinnen und Schüler, die in Zusammenarbeit mit Landwirten, Ackerrandstreifen in Blühzonen und Permakulturflächen verwandeln?  „Stromlinienförmigkeit“ gibt es ja schon genug –  etwas mehr „Kauzigkeit“ wäre also durchaus wünschenswert! ;-)  Auch in diesem Sinne ist die Beschäftigung mit Kauzen und Eulen mit Sicherheit ein Gewinn – und sehr inspirierend! ;-)

***

PS: Mehr zum Thema Digitalisierung – und worauf es dabei ankäme, steht in diesem lesenswerten Beitrag von Prof. Ralf Lankau:

***

Die Fotos in diesem Beitrag  erscheinen mit freundlicher Genehmigung von Bärbels-Naturfoto  – ein schöner, sehenswerter Foto-Blog zum Thema Natur, Pflanzen und Vogelwelt!


Quellen / weitere Informationen

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Steinkauz
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Waldkauz
  • Taschenatlas der Greifvögel und Eulen, Text von M. Bouchner, Illustrationen von D. Bárta. Verlag Werner Dausien, Hanau/Main 1976 (S. 168,  S. 190)

 

 

 

 

Rating: 5.0/5. Von 1 Abstimmung. Stimmen anzeigen.
Bitte warten...

Ein Kommentar

  1. Herzlichen Dank für diesen interessanten Beitrag unter Verwendung von Bärbels Fotos!
    In Sachsen kennen wir keine einzige Stelle, wo es noch Steinkäuze gibt.
    Dafür hat sich der Uhu erholt, der überwiegend in Steinbrüchen brütet.

    Noch keine Stimmen.
    Bitte warten...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.