Kapokmatratzen
Allgemein Haushalt und Wohnen Leben ohne Plastik

Wie schläft es sich auf einer Kapokmatratze?

Das wollten wir wissen – und haben es für Euch getestet! Denn Kapok ist eine erstaunlich vielseitige Naturfaser, lässt sich als nachwachsender Füllstoff wunderbar für Thai-Kissen, Kapokmatratzen und viele andere Zwecke verwenden!

Natürlich schlafen – mit Kapok statt Kaltschaum

Kapokmatratzen sehen nicht nur schön aus, sie sind auch eine vergleichsweise „nachhaltige“und ökologische Alternative zu Kaltschaum-Matratzen, die aus aufgeschäumtem Kunststoff (meist Polyurethan) bestehen! Viele Freunde naturbelassener Materialien, zum Beispiel Menschen, die mit Holz und Lehm gebaute Häuser lieben, interessieren sich auch „in puncto Schlaf“ für Alternativen zu Matratzen aus Kaltschaum und Synthetik. In Frage kommen da zum Beispiel Futons, die mit Schafswolle, Kokosfasern und anderen Naturfasern gefüllt sind – oder eben die klassische Kapok-Matratze!

Einfach, aber gut

Kapok-Matratzen sind kein High-Tech Produkt, sie haben also kein „7-Zonen-Stützsystem“, keine „diagonal-elastischen Bezugsvarianten“ und sind auch nicht nach den „neuesten Erkenntnissen der ergonomischen Schlaf-Forschung“ konstruiert! Dafür kosten sie aber auch nicht soviel wie ein gebrauchter Kleinwagen  ;-) Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen fragen bitte vorher den behandelnden Arzt, ob eine Kapokmatratze das Richtige für sie ist! Dazu gehören z. B. Schwergewichtige, die auf eine bestimmte Polsterung angewiesen sind, oder Allergiker, die eine möglichst sterile Umgebung benötigen.  Für alle anderen aber, die auf ein ökologisch erzeugtes, nachwachsendes Naturmaterial Wert legen, das die Umwelt nicht belastet, ist die Kapokmatratze eine gute Option!

Erfahrungsbericht: unsere Bekanntschaft mit der Kapok-Faltmatratze

Das Team vom Asia Wohnstudio, Edemissen hat uns netterweise zwei schöne Kapok-Klappmatratzen zum Testen zur Verfügung gestellt! Die Matratzen hatten jeweils ein Gewicht von ca. 7 Kg und Abmessungen von ca. 195 x 78 cm, bei einer Dicke bzw. Höhe von ca. 7 cm. Die Kapokmatratzen kamen gut verpackt bei uns an, jeweils einzeln in einem stabilen Karton. Angeboten werden die Faltmatratzen übrigens auch als „Gästematratzen“, denn sie lassen sich sehr platzsparend unterbringen. Aber auch als Sitzgelegenheit oder für andere Zwecke, z.B. als Unterlage zum Meditieren eignen sie sich prima! Auf den ersten Blick fiel uns der handgearbeitete, sehr natürlich wirkende Baumwollbezug mit seinem schönen, traditionellen thailändischen Muster auf –  und die sorgfältige Verarbeitung. Die Matratzen rochen anfangs etwas nach Karton, das verflüchtigte sich aber innerhalb weniger Stunden. Danach war absolut kein Geruch mehr feststellbar!

Kapok-Faltmatratze, zusammengeklappt.

Wir haben beide Kapokmatratzen nebeneinander gelegt und hatten so ausreichend viel Platz zum Schlafen. Die erste Nacht auf den Kapokmatratzen war noch ungewohnt, denn es  liegt sich darauf vergleichsweise hart. Gleich aufgefallen ist uns aber, wie gut sie gegen Bodenkälte isolieren bzw. wie warm man darauf liegt, obwohl sie nur etwa 7 cm dick sind! Schon nach der dritten Übernachtung hatten wir uns gut an die relativ harten bzw. festen Liegeeigenschaften gewöhnt. Inzwischen haben wir die Kapokmatratzen auf das Lattenrost unseres Bettes gelegt und nutzen sie dauerhaft zum Schlafen. Ein sehr „erdverbundenes“ und sicheres Liegegefühl – wir wachen morgens entspannt und gut ausgeschlafen auf! Unsere Kaltschaummatratze werden wir demnächst wohl verschenken oder tauschen. Ob eine Kapok-Matratze zu den individuellen Schlafbedürfnissen und Vorstellungen passt, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden und ggf. ausprobieren! Das Gute ist aber: Kapokmatratzen sind vergleichsweise preiswert und beim Asia Wohnstudio (je nach Ausführung) schon ab ca. 90 Euro erhältlich! Und wer die Kapokmatratze doch nicht selbst zum Schlafen nutzen möchte, kann sie immer noch gut für andere Zwecke verwenden, z. B. platzsparend zusammenklappen und darauf sitzen!


Kapok aus ökologischer Produktion, ohne Pestizide

Die Kapokmatratzen vom Asia Wohnstudio werden im Norden Thailands in Familienbetrieben und noch weitgehend in traditioneller Handarbeit hergestellt. Wie uns der Inhaber, Matthias sagte, besteht eine Zusammenarbeit mit der Initiative OTOP (One Tambon One Product bzw. „ein Dorf/ ein Produkt“), die vom thailändischen Staat ins Leben gerufen wurde, um der Landbevölkerung ein faires Einkommen zu sichern und so der Entstehung und Ausweitung von Slums in Großstädten (wie z.B. Bangkok) entgegenzuwirken. Asia Wohnstudio importiert die Kapokmatratzen direkt von den Erzeugern und verspricht, dass die Thaikissen und Matratzen ausschließlich mit wildwachsendem Kapok befüllt werden. Das Material stammt also nicht aus Monokulturen oder Plantagen, und die Bäume werden auch nicht mit chemischem Dünger oder Pestiziden behandelt. Wir finden: eine gute Sache!

Minimalismus und „Permakultur-Lifestyle“ im Schlafzimmer

Gerade für Menschen, die sich von Kunststoff, überflüssigen Möbeln und konsumorientierten, teuren Lebensgewohnheiten trennen möchten, ist die Kapokmatratze eine gute Wahl, denn sie ist einfach, leicht, benötigt wenig Platz und besteht vollständig aus natürlichen Materialien. Das passt gut zu den Ideen der Permakultur!

Kapokmatratzen richtig pflegen und reinigen

Kapokmatrazen sollten regelmäßig (am besten täglich) gewendet werden, damit sich keinen „Kuhlen“ bilden. Im Sommer ist es für die Pflege des Füllmaterials empfehlenswert, die Matratze gelegentlich für mehrere Stunden in die Sonne zu legen und gut durchzulüften. Ansonsten sind Kapokmatratzen ziemlich strapazierfähig und langlebig. Den Bezug sollte man am besten abbürsten oder absaugen, er lässt sich aber auch vorsichtig mit etwas mildem Reinigungsmittel reinigen, vorausgesetzt die Oberfläche wird anschließend gut abtrocknet.

Mehr zum Kapok-Baum – im Permakultur-ABC von Permakulturtipps.de

Zum Asia Wohnstudio – mit weiteren Infos und Bestellmöglichkeit

 

 

 

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Ein Kommentar

  1. Ich habe nie auf einer Kaltschaumatratze geschlafen. Die Matratzen, die bei uns verwendet wurden, waren aus Rosshaar. Die waren unglaublich schwer. Bin froh, dass die Matratzen heute leichter sind.

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