Wolf-Dieter Storl
Allgemein

Wolf-Dieter Storl: Leben im Einklang mit Möhren, Mulch und Menschen

Heilkräuter-Kenner, Naturfreund und für viele Permakulturgärtnerinnen fast so etwas wie die Inkarnation des sympathischen, ökologischen Wunsch-Nachbarn:

Wolf-Dieter Storl ist eine echte Inspirationsquelle, ein Druide wie er im Buche steht – und er erfreut sich, dank seiner interessanten Schriften und Vorträge, großer Popularität. In einem 3-stündigen Gespräch mit Ken Jebsen berichtet der Kulturanthrophologe und Ethnobotaniker über sein Leben, heilige Orte und warum es sich lohnt, mit Pflanzen zu kommunizieren.

Pflanzendevas – Die geistig-seelischen Dimensionen der Pflanzen, so lautet nur ein Titel der vielen Bücher von Wolf-Dieter Storl. Es gibt Menschen, die verorten ihn (vielleicht doch etwas voreilig) in der abgehobenen „Esoterik-Ecke“.

Das liegt vermutlich nicht nur am Themenspektrum, sondern auch am äußeren Erscheinungsbild des Autors mit dem urwüchsigen Bart, der heute mit seiner Familie auf einem Berghof im Allgäu lebt und dort einen Selbstversorger-Garten nach den Prinzipien der Permakultur bewirtschaftet.

Doch Storl ist eigentlich alles andere als ein „freischwebender“ Esoteriker: Er promovierte 1974 zum Doktor der Ethnologie in Bern, hat viele Jahre wissenschaftlich gearbeitet und seine Erläuterungen und Thesen sind im Grunde genommen sehr erdverbunden und praxisorientiert. Dennoch wurde er zum Beispiel für sein Buch Borreliose natürlich heilen, in dem er eine ganzheitliche Methode zur Behandlung der Krankheit beschreibt, und in dem die Karde eine wichtige Rolle spielt, von Anhängern der Schulmedizin scharf angegriffen und kritisiert.

Doch wir finden:

Freund der Kühe (mit Hörnern) und der Permakultur: Wolf-Dieter Storl lebt auf einem abgelegenen Berg-Hof im Allgäu. Foto: storlmedia / www.storl.de

gerade in unserer Zeit, in der oft eine sehr eindimensionale Wahrnehmung der Natur vorherrscht, sind die Schriften Storls ein echter Glücksfall und lohnende Lektüre für alle, die sich mit der Natur, ihrer heilenden Wirkung und mit dem wundervollen Wachsen und Werden von Pflanzen beschäftigen!

Denn nur, wenn wir unsere Sinne öffnen, uns mit der Natur verbinden und versuchen, ihre Gesetze und Kreisläufe zu ergründen und wieder Wert zu schätzen, besteht Hoffnung darauf, dass wir es schaffen, unsere Lebensgrundlagen für uns und nachfolgenden Generationen zu erhalten!

Wolf-Dieter Storl streift nicht nur gerne durch Wälder und Wildkräuter-Wiesen, er hat sich auch intensiv mit den schamanischen Wurzeln unserer Kultur, mit Mythen und Märchen und mit den Praktiken und Riten indigener Völker beschäftigt und dazu geforscht.

Er ist zutiefst davon überzeugt, dass wir uns durch Meditation und Achtsamkeit mit der Natur verbinden, und z. B. auch mit Tieren und Pflanzen kommunizieren können. Voraussetzung: wir finden innere Ruhe, aktivieren unsere Sinne, öffnen uns für spirituelle Erfahrungen. Für die Gärtnerin oder den Gärtner heisst das: „erde Dich!“, befreunde Dich mit den Pflanzen und Tieren in Deiner Umgebung, achte sie – und spreche ruhig auch einmal freundlich mit ihnen! ;-)

Die Arbeit Wolf-Dieter Storls macht vielen Menschen Mut und ist ein Hoffnungszeichen, ein Lichtblick, ebenso wie die wachsende Anzahl von Permakultur-Initiativen, Naturgärten und ökologischen (Solawi-)Landwirtschaftsbetrieben! Gerade und ganz besonders in einer Zeit, in der vielerorts schon „Allerweltspflanzen“ wie z. B. Ackerschachtelhalm, Mohnblume oder Beinwell selten geworden sind, bzw. ausgerottet werden, in der monotone, Glyphosat-gespritzte Agrarwüsten das Landschaftsbild prägen und die Bio-Diversität gefährdet ist wie nie zuvor.

Aus Sachsen über Ohio, die Schweiz und Indien in den Allgäu

Der Journalist Ken Jebsen (KEN FM) hat Wolf-Dieter Storl letztes Jahr auf seinem Hof im Allgäu besucht und ein gut dreistündiges (!), sehr sehenswertes Interview mit ihm geführt.

Es geht darin um ein reiches, vielseitiges Leben, z. B. die Kindheit Storls, der in Sachsen geboren wurde und im Alter von 11 Jahren mir seinen Eltern in die USA auswanderte, sein Studium, seine Reisen; um heilige Orte, Indien-Erfahrungen, Hillbillies, Hippies, LSD und die Funktion des Gärtners als Kapellmeister, in einem Orchester, in dem Pflanzen die Musik spielen …

(Wer nur die kleine Garten-Führung ansehen möchte: sie beginnt bei 2:25:45.)
Viel Spaß – und  „Daumen hoch“! ;-)

 

Rating: 5.0/5. Von 1 Abstimmung. Stimmen anzeigen.
Bitte warten...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.