Christian Lindner
Ernährung und Gesundheit NEWS

Kann dieser Mann das Bienensterben stoppen?

Christian Lindner (39, MdB,  FDP) bewirbt sich (nach eignenen Angaben) nicht als „unser Erziehungsberechtigter“, sondern als „Problemlöser. Grund genug für Permakulturtipps.de, den Bundesvorsitzenden der Feien Demokraten zu fragen, wie er und seine Partei zum Thema Permakultur stehen, welche  Lösungsvorschläge die FDP in puncto Bienensterben und Glyphosat hat und wie die „Landwirtschaft der Zukunft“ aussehen könnte.  In Zeiten der Digitalisierung ist das ja alles kein Problem … Und siehe da: wir bekamen Antwort,  per E-Mail.  Zwar nicht von Christian Lindner persönlich, aber immerhin, vom „agrarpolitischen Referenten“ der FDP-Bundestagsfraktion.

Permakultur und Parteipolitik: lost in translation

Also, was ist dran am neuen, „brandheißen“ FDP-Slogan „Innovation Nation“?  ;-) Bedeutet das endlich auch: eine neue Agrarpolitik, ohne Glyphosat, Monokulturen und Massentierhaltung? Wird von der FDP möglicherweise Permakultur als Konzept für eine nachhaltige Ernährungssicherung der Weltbevölkerung berücksichtigt und unterstützt?? Soviel vorweg: wir waren doch eher enttäuscht von der FDP!  Denn ganz offensichtlich gibt es bei den Liberalen noch erhebliches Optimierungspotenzial in Hinsicht auf eine wirklich innovative agrarpolitische Positionierung …   ;-)  Aber am besten bildet Ihr Euch selbst eine Meinung! Wir veröffentlichen hier unsere Anfrage – und die Antwort der FDP … :

„Lieber Christian Lindner,
liebe FDP,
immer wieder lesen wir: die FDP ist ein „Problemlöser“. Gilt das auch für das
Insektensterben? Also, insbesondere für das Bienensterben? (…)  Unsere Frage: was sagt die FDP eigentlich zum Thema Glyphosat und Agrarpolitik? In unserem Blog würden wir gern bald zu dieser Fragestelllung berichten, und bitten Sie dafür (…) um eine Kurz-Stellungnahme zu der folgenden Frage:
„Wie sieht unsere Landwirtschaft in 20 Jahren aus? Digital und mit „Pflanzenschutz“ aus dem Hause Bayer/Monsanto? Oder vielleicht ganz anders? Und: Was macht Christian Lindner eigentlich ganz persönlich gegen das Bienensterben?“
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung, die wir gern in unserem nächsten Beitrag zum Thema Agrarpolitik unter www.permakulturtipps.de veröffentlichen! (…)“

Und hier die Antwort von Lutz Wildermann, Referent für Agrarpolitik im „Arbeitskreis VI, Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag“ (FDP):

„(…) Die FDP-Bundestagsfraktion vertritt die Auffassung, dass die nachhaltige
Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ohne Abstriche voran getrieben werden
muss. Dabei spielen der Bienen- und Insektenschutz eine besondere Rolle.
Gleichwohl ist die vielfältige Verfügbarkeit von Vorrats- und
Pflanzenschutzmitteln auch im integrierten Pflanzenschutz ein
unverzichtbarer Baustein für eine ressourcenschonende Ernährungssicherung.
Bei der Zulassung von Pflanzenzschutzmitteln zählen für uns nicht
Stimmungen, sondern nachvollziehbare Fakten und die Stellungnahmen der an
der Zulassung beteiligten Behörden. Wir unterstützen die Forderung, dass die
Zulassung von Wirkstoffen und Pflanzenschutzmitteln nur auf einer neutralen
und breiten wissenschaftlichen Basis erfolgen darf. Die Aufnahme
zusätzlicher Bewertungskriterien zur Berücksichtigung von
Wirkstoffkombinationen in der Umwelt und auf die Biodiversität unterstützen
wir. Große Chancen sehen wir zudem in digitalen Innovationen für die
Landwirtschaft: Wenn sich beispielsweise über Sensoren der Nährstoffgehalt
im Boden messen lässt und mittels Drohnen eine punktgenaue Düngung und
Schädlingsbekämpfung möglich wird, können Landwirtinnen und Landwirte den
Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln beispielsweise viel
spezifischer steuern und damit noch umweltschonender gestalten (…)“

Soweit die Stellungnahme der FDP,  für die wir uns an dieser Stelle nochmals sehr herzlich bedanken!

Unser Kommentar: Gibt es das überhaupt, eine „nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln„? Muss diese wirklich „ohne Abstriche vorangetrieben“ werden? Ist die Digitalisierung der Landwirtschaft wirklich ein Schlüssel zum Erfolg? Brauchen wir tatsächlich Drohnen und noch mehr „Effizienz“ in der Landwirtschaft?  Oder wäre in der Landwirtschaft -im Gegenteil,  statt teurer Fluggeräte eher etwas mehr Bodenhaftung, Erdverbundenheit und Rückbesinnung auf jahrhundertejahre-altes Wissen um natürliche Kreisläufe, Böden und Zusammenhänge der Pflanzen- und Tierwelt wünschenswert? Und, last mot least:  warum gibt es, ganz  offensichtlich, immernoch  kein klares „Nein!“ der FDP zum Thema Glyphosat? Fragen über Fragen … Wenn Ihr mögt, schreibt gern Eure Kommentare und Ansichten in die Kommentarspalte, wir freuen uns auf eine lebhafte und interessante Debatte/Diskussion! ;-)

UPDATE:

Inzwischen gibt es auch eine Antwort von Sahra Wagenknecht, zur selben Fragestellung: hier geht’s zum aktuellen Beitrag!

 

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