Sahra Wagenknecht
Allgemein Ernährung und Gesundheit

Sahra Wagenknecht über die Zukunft der Landwirtschaft

Politik und Permakultur? Gibt es da möglicherweise doch Berührungs- oder gar Anknüpfungspunkte? Hier Teil 2 unserer  Umfrage unter prominenten Oppositionspolitikern zum Thema Agrarpolitik!

Im direkten Vergleich mit Christian Lindner (FDP) liegt Sahra Wagenknecht klar vorn, denn sie nahm sich die Zeit und beantwortete unsere Fragen persönlich!  Ob sie auch inhaltlich punkten kann? Am besten bildet Ihr Euch selbst eine Meinung. Hier unsere  Fragen und die Antwort der Fraktionsvorsitzenden der Partei DIE LINKE:

Permakulturtipps.de:

„Wie sieht unsere Landwirtschaft in 20 Jahren aus? Digital und mit „Pflanzenschutz“ aus dem Haus Bayer/Monsanto? Oder vielleicht ganz anders? Und: Was macht Sahra  Wagenknecht eigentlich ganz persönlich gegen das Bienensterben?“

Sahra Wagenknecht:

„Die Landwirtschaft, die DIE LINKE anstrebt, ist eine, in der Mensch, Umwelt und Tier zugunsten maximaler Profite weniger Akteure nicht weiterhin gegeneinander ausgespielt werden. Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft für 20 Jahre und darüber hinaus,  braucht es schnell eine sozialökologische Transformation, die das Gemeinwohlinteresse in den Vordergrund rückt. Dem strebt BaySanto eher entgegen, denn die Monopolisierung verschärft sich auch in der Landwirtschaft dramatisch, sodass internationale Konzerne enorme Einflussnahme  ausüben können. Für eine gute Landwirtschaft in 20 Jahren fordert DIE LINKE daher:

  1. Boden darf nicht weiter in Spekulantenhände übergehen, sondern ist  als wichtigste Ressource der Landwirtschaft breit zu streuen. Die Bodenqualität mindestens zu erhalten, muss oberstes Credo sein.
  2. Wir müssen regionale Kreisläufe stärken und Absatzmärke vor Ort besser ausarbeiten, sodass wir vor allem für den Wochenmarkt und nicht  für den Weltmarkt produzieren. Das ist wichtig für unsere ländlichen Räume hier, und es ist wichtig für die selbstständige Entwicklung von Versorgungsstrukturen  in den Ländern des Südens.
  3. Wir brauchen eine faire Verteilung von Gewinn und Verlust entlang  der gesamten Lieferkette von Nahrungsmitteln, damit die Erzeugerinnen  und Erzeuger nicht diejenigen sind, die sich vom Preisdruck von Lebensmitteleinzelhandelskonzernen oder Schlachterei- und  Verarbeitungsbetrieben ihre Produktionsweise diktieren lassen müssen.

Dies sind nur einige wichtige Aspekte in diesem Themenbereich. Die  Digitalisierung ist vielleicht ein großer Hoffnungsträger, aber ohne ein Umdenken und  einen Systemwandel, damit nicht mehr kurzfristige Profite am meisten belohnt werden, werden auch präzisere Technik und vernetzte Systeme nur Tropfen auf dem heißen Stein bleiben.

Was meinen persönlichen Beitrag gegen das Bienensterben betrifft, so ist dies unser schöner Garten, in dem viele Pflanzen stehen, die glücklicherweise noch von reichlich Bienen besucht werden.“

Unser (subjektives) Zwischenfazit:

Offensichtlich besteht doch eine deutlich größere Übereinstimmung  zwischen den politischen Vorstelllungen Sahra Wagenknechts und einigen Grundgedanken der Permakultur („People care, earth care, fair share“) als bei der FDP! Besonders  die Überlegungen unter dem Stichwort:  „Wochenmarkt statt Weltmarkt“ haben uns gut gefallen. Vielen Dank an Sahra Wagenknecht für die Reaktion auf unsere Anfrage!
Wer die Antworten vergleichen möchte: Hier geht’s zum Beitrag mit den Antworten  der FDP


Bildnachweis für das in diesem Beitrag verwendete Pressefoto von Sahra Wagenknecht: Trialon Berlin

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