Permakultur Matomo zaehler

News

Weltbiodiversitäts-Rat IPBES tagt in Paris: mehr als heiße Luft?

Mit noch mehr Konferenzen die Natur und das Klima retten? Diplomatinnen und Wissenschaftlerinnen der rund 130 Mitgliedsstaaten des „Weltbiodiversitätsrats“ IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) beraten seit Montag in Paris über Biodiversität und den Rückgang der biologischen Vielfalt weltweit.

Ziel der Konferenz ist es unter anderem, bis zum 4. Mai einen globalen Zustandsbericht und konkrete Handlungsempfehlungen für Politikerinnen und Politiker zu veröffentlichen. Gibt es die nicht schon längst? Hat eine solche Konferenz, zu der Teilnehmerinnen aus aller Welt mit dem Flugzeug anreisen, überhaupt noch einen Sinn? Ist eigentlich nicht schon längst klar, was zu tun wäre?

Wer sich zum ersten Mal mit der IPBES-Konferenz beschäftigt, wird schnell feststellen: hier ist alles minutiös strukturiert – und es gilt auch sprachlich ein bestimmter Code, der an die Arbeit professioneller Unternehmensberater erinnert: Stakeholder, Mandate und Simultanübersetzer, Breakout Groups on Regional Assessment usw. … das Ganze erinnert fast etwas an eine Tagung des Weltsicherheitsrates, der FIFA  oder der NATO. Kein Wunder: Die IPBES-Koordinierungsstelle arbeitet nach eigenen Worten „an der Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft„.

Klima- und Artenschutz: höchste Zeit für Taten

Pragmatische Lösungen und konkrete Beschlüsse bzw. Projekte zum Schutz der Natur, die auch umgesetzt werden? Wer so etwas erwartet, dem kann sich die Befürchtung aufdrängen, dass bei der (teuren) IPBES-Konferenz in Paris am Ende vor allem wieder mal eines produziert wird: viele schöne, mahnende Worte und „heiße Luft“ – statt Lösungen, wie z. B. endlich verpflichtende Gesetze und Regeln, die auch eingehalten werden. Dabei wäre es höchste Zeit, endlich etwas zu tun!

Wir haben deswegen, schon vor dem Ende der Konferenz, in aller Kürze einige Ideen und konkrete Handlungsempfehlungen für die deutsche Bundesregierung und uns alle notiert, wie wir jetzt gleich etwas für den Klimaschutz tun, die Biodiversität erhalten  und das Artensterben bei uns reduzieren könnten. (Die Liste ist unvollständig und ließe sich bei Bedarf natürlich noch erweitern und verbessern.) Unser Vorschlag: einfach mal etwas machen!

  1. Glyphosat und andere Totalherbizide und -Insektizide sofort verbieten!
  2. Ökologische Landwirtschaft und kleine bäuerliche Strukturen stärker fördern als Großkonzerne und konventionelle Landwirte, die nichts für den Artenschutz und eine art- und wesensgerechte Tierhaltung tun.
  3. Die Flugbereitschaft auflösen (Mitglieder des Deutschen Bundestages und andere Politiker reisen ab sofort ausschließlich mit der Deutschen Bundesbahn, dem Fahrrad, nutzen Angebote der Mitfahrzentralen bzw. Carsharing-Angebote oder, wenn unvermeidbar, Linienflüge.)
  4. Einführung eines weltweiten, klaren C0-2-Kontos ohne Dispo, mittelfristig nicht nur für Staaten , sondern auch für alle Bürgerinnen und Bürger.
  5. Einführung einer Öko-Sondersteuer auf innerdeutsche Flüge, Flugbenzin, Kreuzfahrten (Schiffsdiesel) und SUVs. Mittelfristig Umstellung des ÖPNV auf ein kostenloses System, ähnlich wie in Luxemburg.
  6. Aktiver Schutz der verbliebenen Wälder und Naturflächen in Deutschland! Keine neuen Autobahnen! Reduzierung bzw. Stopp von Flächenversiegelungen, z.B. durch Industriegebiete!  Besonderer Schutz von Bäumen mit einem Stammdurchmesser von über 40 cm, z. B. in naturnahen Mischwäldern. Landwirte, Städte und Kommunen müssen endlich gesetzlich verpflichtet werden, mehr Natur und „Wildwuchs“ (Biodiversität) auf ihren Flächen zu fördern und zu dulden!
  7. Reduzierung des Stromverbrauchs und der Stromverschwendung in privaten Haushalten.
  8. Sofortiges Verbot von Laubbläsern- und Laubsaugern!
  9. Bäume pflanzen! Gärten, öffentliche Flächen und Landschaften nach den Prinzipien der Permakultur gestalten!
  10. Die Devise „Mehr Wachstum = mehr Wohlstand und Beschäftigung“ endlich auf breiter gesellschaftlicher Ebene hinterfragen! „Wegwerf-Produkte“ der Industrie  und Verschwendung (zum Beispiel von Lebensmitteln) beenden bzw. gesetzlich verbieten/ bestrafen!

Zum Thema exponentielles Wachstum empfehlen wir diesen interessanten (englischsprachigen) Vortrag von Al Barlett :

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=DZCm2QQZVYk

Am besten ist es natürlich, Ihr macht Euch selbst ein Bild von der IPBES-Konferenz:  Hier der Link zum Video der „Opening Session“ in Paris:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Tj46Zea9FWU

 

Links / Mehr Informationen:

 

 

 

Noch keine Stimmen.
Bitte warten...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen