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Igelbabys
Permakulturgarten

5 Tipps, wie Du jetzt dem Igel helfen kannst!

Igeln bei der Überwinterung helfen +++ Warum Igel Permakultur lieben +++ Igelhaus bauen

Igel leben seit ca. 60 Millionen Jahren auf der Erde, das zeigen Fossilien-Funde. Eigentlich sind sie also wahre „Überlebenskünstler“ und sehr gut an ihre Umgebung angepasst.

 

Doch der Verlust der ökologischen Vielfalt, immer mehr Straßenverkehr und der Einsatz von Laubsaugern und Laubbläsern machen es dem niedlichen Stacheltier schwer. Igel finden kaum noch geeignete Nahrung, und sie leiden oft unter „Wohnungsnot“, denn in vielen „aufgeräumten“ Gärten und anderen Flächen ist für sie kein Platz!

Dabei sind Igel auf eine warme bzw. frostfreie Höhle, z. B. aus Ästen und Laub, dringend angewiesen! Denn von Ende Oktober/Anfang November bis Ende März/Anfang April halten Igel Winterschlaf. Dann senken sie ihre Körpertemperatur von 36 auf nur noch ca. 5 Grad ab, auch der Herzschlag verringert sich und die Atmung wird auf ein Minimum reduziert. So spart der Igel Energie, kann von seinen Fettreserven zehren und die Kälte überstehen.

Was können wir tun, um dem Igel zu helfen?

Tipp 1:
Den Garten naturnah und nach Permakulturprinzipien gestalten!

Dazu gehört der völlige Verzicht auf Pestzide, Kunstdünger und Schneckenkorn, eine größtmögliche Pflanzenvielfalt, Mulch, und natürlich ein Komposthaufen! Schaffe in Deinem Garten vielfältige Strukturen, zum Beispiel auch mit Totholzhaufen, Feldsteinen und einer Benjeshecke!

Tipp 2:
Igelhaus bauen

Mit relativ wenig Aufwand kannst Du dem Igel ein kleines Haus zum Überwintern bauen. Zum Beispiel aus einem großen Terrakotta-Topf, oder drei Gehwegplatten, die Du U-förmig anordnest und etwa bis zur Hälfte in der Erde eingräbst. Den Boden des Igelhauses solltest Du gegen aufsteigende Nässe und Kälte isolieren, z. B. mit etwas Sand, Schottter und einer Strohschicht, wahlweise auch mit Heu oder grober Holzspäne. Als Dachabdeckung kannst Du z. B. ein paar Dachziegel verwenden, die Du zusätzlich mit einer Schicht aus Stroh, Laub und anderem Pflanzenmaterial bedeckst. Der so entstandene, geschützte Hohlraum für den Igel sollte in etwa die Abmessungen 30 x 30 x 30 cm haben.

Achte darauf, dass das Igelhaus stabil ist und in einer ruhigen Ecke des Gartens steht, und dass möglichst keine Feuchtigkeit bzw. Nässe/Regenwassser eindringen kann! Um das Igelhaus gegen Hunde, Katzen und Marder abzusichern, kannst Du vorne noch einen kleinen Überstand bzw. eine Erweiterung aus weiteren Steinen bauen und dann ebenfalls mit ein oder zwei Dachziegeln, Ästen und Pflanzenmaterial abdecken. Stelle sicher, dass alles sicher und fest steht, und dass der Eingang für den Igel ausreichend groß ist, damit er gut hinein und wieder heraus kommt. (Der Eingang unseres Igelhauses ist ca. 12 x 12 cm groß.)

Igelhaus im Permakulturgarten
Igelhaus im Permakulturgarten: auch hier sind möglichst natürliche, ökologische Baustoffe zu befürworten. ;-)

Tipp 3:
Keine Milch geben!

Igel vertragen keine Milch, sie bevorzugen Insekten, Schnecken und Regenwürmer als Nahrung. Verzichte daher am besten ganz auf die Fütterung und sorge lieber für ein ökologisches Gleichgewicht in Deinem Garten, mit vielen Käfern, Regenwürmern usw. Auch Obstbäume bzw. eine Streuobstwiese sind gut für Igel, denn Obstbäume locken viele andere Lebewesen an, die auf dem Speiseplan des Igels stehen! Und Igel essen gelegentlich auch gern selbst mal einen Apfel (unsere jedenfalls)! ;-)

Im Winter benötigen gesunde Igel mit ausreichenden Fettreserven keine zusätzliche Fütterung! Die Fütterung kann sogar kontraproduktiv sein, denn der Igel denkt sich dann mit der Zeit, ein Winterschlaf sei nicht nötig und gewöhnt sich an den „Restaurantbetrieb“. Ausreichend und nicht schädlich ist hingegen eine flache Schale mit etwas sauberem Wasser, falls der Igel durstig ist.

Tipp 4:
Igel auf der Suche nach einem Winterquartier? Bitte nicht stören!

Igel sind eigentlich nachtaktive Tiere. Falls Du jetzt (Ende Oktober) tagsüber einen Igel siehst, ist er eventuell auf der Suche nach einem geegneten Winterquartier. Lass ihn daher am besten in Ruhe und nehme ihn nicht mit ins Haus. Nur geschwächten und kranken Igeln sollte natürlich geholfen werden, und abgemagerten Igeln, mit deutlich zu wenig Fettreserven. Bevor Du aktiv wirst: Erkundige Dich im Zweifelsfall am besten immer bei einer Igelstation in Deiner Nähe, was zu tun ist! Eine Liste bzw. Übersicht findest Du z. B. hier: http://www.pro-igel.de/igel-links/igel-links.html

Tipp 5:
Gefahrenpotenzial für den Igel reduzieren!

Dazu gehören Hindernisse aller Art, wie zum Beispiel Erdlöcher oder steil abfallende Böschungen und Teichufer. Igel, die dort hineinfalllen, können sich oft nicht mehr selbst befreien und verenden grausam. Achte daher bei allen Arbeiten im Garten darauf, dass keine Gefahrenquelle für den Igel entsteht. Auch undurchdringliche Zäune aus Metall, mit Betonfundament sind natürlich nicht  „igelgerecht“! Verwende lieber einen Naturholzzaun, zum Beispiel einen Staketenzaun, mit ein paar Lücken zum Durchschlüpfen für den Igel, oder pflanze eine Hecke aus verschiedenen Sträuchern!

Igel: alte Freunde des Menschen

Igel sind eigentlich prädestinierte Botschafter der Permakultur, denn sie lieben eine ursprüngliche, möglichst intakte Umwelt mit hoher Biodiversität, sind nützlich – und begleiten uns schon seit Jahrtausenden. Das zeigt ganz gut eines der ältesten Kunstwerke der Menschheit: ein geschnitzter Igel aus der Vogelherdhöhle (ca. 40 000 Jahre alt).

Vogelherd Igel 2008.Bildnachweis: Museum der Universität Tübingen (MUT), Foto: Museopedia [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Bildnachweis: Museum der Universität Tübingen (MUT), Foto: Museopedia. Lizenz: CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Weitere Informationen über den Igel – in dieser sehenswerten SWR-Naturdoku:

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Video-Link: https://youtu.be/UVuwD1vX8yQ

 

Bildnachweis: Das Beitragsbild und die Fotos im Slider / in der Diaschau erscheinen mit freundlicher Genehmigung von Baerbels-Naturfoto !

Vielen Dank an Bärbel für die nette Unterstützung! ;-)

 

 

 

 

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