Permakultur Matomo zaehler

Der Permakulturgarten im Winter
Permakulturgarten

Permakultur im Winter

Winter im Permakulturgarten: Die perfekte Zeit, um auszuschlafen, Plätzchen zu backen und Topflappen zu häkeln?

Nein, nicht nur das! Denn der Winter ist auch eine gute Zeit, um im Garten alles optimal auf den Frühling vorzubereiten!

Das gilt im Pinzip natürlich nicht nur für die ökologische Landwirtschaft, sondern auch für Naturgärtner und Permakulturfreunde. Der Winter ist z. B. bestens gegeignet, um sich Bio-Saatgut Kataloge anzusehen, und zu überlegen was im nächsten Jahr alles angepflanzt und im Garten sonst noch verbessert werden kann. ;–) Hier einige Permakulturtipps für frostige Zeiten!

Boden beobachten, Mulchschicht kontrollieren und ergänzen

Ein schöner, klarer Wintermorgen ist ideal, um in aller Ruhe und mit viel Achtsamkeit etwas auf dem Permakultur-Areal bzw. im Garten herumzuspazieren und den Boden zu beobachten. Winterschnee ist in diesen Tagen ja noch selten – der Blick auf die Beete und Anbauflächen sollte also frei sein. Überall, wo noch nackte, unbedeckte Stellen sind, muss der Boden mit etwas Mulch bedeckt und vor der Kälte geschützt werden. Stroh eignet sich hervorragend für eine Abdeckung. Besonders gut ist es, wenn zusätzlich noch etwas Pferde-, Hühner-, Kaninchen- oder Ziegenmist auf dem Boden verteilt wird. Man mischt ihn am besten mit etwas Strohhäcksel und verteilt ihn dann auf der Fläche. Anschließend folgt dann die Stroh- bzw. Mulchschicht. Auch Haselnuss-Blätter sind in kleineren Mengen übrigens zum Mulchen geeignet, vorausgesetzt sie werden gut mit anderem Pflanzenmaterial vermischt!

Dringend abzuraten ist hingegen von Thuja- und Kirschlorbeer-Blättern, aber diese Pflanzen sind im Permakulturgarten ja sowieso ein „No-Go“ ;-).

Ökologisch gärtnern: Strohschicht is king

Selbst in kalten deutschen Wintern bleibt Dünger aus Pferde-, Hühner-, Ziegen- oder Kaninchenmist unter einer guten, dichten Schicht aus Stroh oder Laub meist warm genug, um dort langsam verrotten zu können. Die Zerfallsprozesse und die Strohschicht sorgen dafür, dass es dort sogar im Winter warm genug für Würmer und andere Boden-Nützlinge bleibt. Und die sind ja  besonders erwünscht, weil sie den Boden verbessern! Die Mulchschicht hält auch die benötigte Feuchtigkeit im Boden.
Die ideale „Winterbekleidung“ für den Garten!

Winterlandschaft
Winterlandschaft

Permakultur: Wärmefallen bauen

„Wärmefallen“ für Bäume und Sträucher zu schaffen, ist nicht schwierig: einfach etwas Stroh und Laub an der gewünschten Stellen platzieren und mit ein paar Ästen und Steinen beschweren. So kann sich die Bodewärme besser halten, und Kälte und Wind haben weniger Angriffsfläche. Wärmefallen helfen auch dabei, Pflanzen bei zu starkem Frost zu schützen, und sie können im Frühling schon früher damit beginnen, auszutreiben!

Auch Totholz und große Steine sind im Winter ein guter Schutz für den Boden. Je dunkler die Farbe, desto mehr Sonnenwärme wird absorbiert. Die in den Steinen gespeicherte Wärme wird nach Sonnenuntergang an die Umgebung abgegeben. Am besten ist es, die Feldsteine zumindest teilweise in den Boden einzugraben, denn so können die Steine einen Teil der gespeicherten Wäme noch besser an die Umgebung abstrahlen.

Ein weiteres Winterprojekt im Permakulturgarten könnte es sein, eine U-Form aus großen Steinen mit einer Öffnung nach Süden zu bauen. Die Sonne kann die so angeordneten Steine ​​tagsüber aufwärmen. Bäume und Sträucher, die an der Außenseite des „U“ angepflanzt werden, können von der „gefangenen“ Wärme profitieren und sind besser vor Frost geschützt. Zugleich kann durch solche Steinhaufen auch Wasser aufgefangen werden, wenn das Grundstück steil abfällt. Bestimmte Pflanzen mögen nicht nur den Schutz bzw. die zusätzliche Wärme, sondern auch die durch Würmer aufgelockerte Erde an solchen Stellen, an denen sich das Wasser sammeln kann.

Chop & drop: mit abgestorbenen Ästen und Pflanzen den Boden düngen

Der Herbst und zeitige Winter sind auch die Jahreszeiten, in denen tote Äste beseitigt und Bäume, Hecken und Weinstöcke geschnittten werden können. Am besten macht man dies immer bei Temperaturen, die noch etwas im Plus-Bereich liegen! Nie bei zu starkem Frost! Im Zweifelsfall schneidet man die Pflanzen erst, wenn sich der Winter wieder dem Ende neigt, also etwas vor Frühlingsbeginn!

In der Permakultur wird bekanntlich nichts verschwendet. Mit Heckenschnitt, Ästen und Zweigen lässt sich prima der Boden mulchen! Einfach etwas zerkleinern und liegen lassen. Oder trocknen lassen, zum Anfeuern verwenden und später die Asche auf dem Kompost verteilen!

Beim Baum- und Heckenschnitt immer daran denken, behutsam vorzugehen. Bedenke: jeder Schnittt führt zu Feuchtigkeitsverlust und ist eine offene Wunde und Verletzung für den Baum oder die Hecke. Schneide immer sauber und so, dass Wasser gut ablaufen kann und halte die Schnittfläche möglichst klein bzw. so, dass die Pflanze die Schnittwunde mit der Zeit gut wieder verschließen kann!

Winterzeit: Schuppen aufräumen, Gartengeräte pflegen

Der Winter ist eine gute Zeit, um Ordnung zu schaffen und z. B. den Schuppen aufzuräumen. Achte dabei aber immer darauf, möglichst keine Tiere zu stören, die gerade Winterschlaf halten, zum Beispiel Igel! Auch Deine Gartengeräte und Werkzeuge kannst Du jetzt reparieren und pflegen. Spaten, Sägen,  Harken und andere Eisengeräte freuen sich, wenn Du sie jetzt mit etwas mit Leinöl einreibst, als Rostschutz, aber auch als Holzpflegemittel!

Vogelhäuser inspizieren und säubern, Zäune kontrollieren

Der Winter ist auch eine gute Zeit, um Vogelhäuser auf ihre Funktion zu überprüfen und gründlich zu reinigen. Am besten vorher „Anklopfen“ – und nur dann daran weiterarbeiten, wenn das Vogelhaus unbesetzt ist und keine Tiere gestört werden. Auch Pfosten, Zäune oder Gitter, die unsicher sind oder auseinanderbrechen, sollten im Winter repariert werden, vor allem natürlich, wenn es um Viehzäune und -unterkünfte bzw. Ställe geht.

Hügel-Beete vorbereiten, Samen sortieren und aufbewahren

Auch Hügel-Beete lassen sich jetzt im Winter gut vorbereiten und entwerfen. Am besten sammelt man schon mal die erforderlichen Materialien, wie zum Beispiel Äste, Steine, Stroh usw. und lagert sie in der Nähe der dafür vorgesehenen Fläche, die man sich bereits markieren bzw. abstecken kann. Auch eine Mulchschicht kann dort schon angelegt werden;  sie wird dann im Frühjahr einfach weiterverwendet bzw. verstärkt und ausgebaut!

Eine schöne Tätigkeit für lange Winterabende ist es auch, Samen für den Frühling vorzubereiten, zu beschriften oder zu bestellen / zu tauschen. Das Saatgut am besten dunkel, kühl und trocken lagern – und auf gute, robuste und samenfeste Sorten achten, natürlich nur aus ökologischer und gentechnikfreier Erzeugung!

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