Permakulturgarten

Pflanzenkohle selbermachen – für Terra Preta und gute Gartenerde!

Ein schöner, frostfreier Tag im Herbst, Winter oder zeitigen Frühjahr ist gut geeignet, um im Permakulturgarten selbst Pflanzen- bzw. Holzkohle herzustellen!

Die Kohle kann anschließend als Grundbestandteil für selbst erzeugte Terra Preta, zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit verwendet werden.

Fertige und oft überteuerte Terra-Preta-Substrate aus dem Gartencenter müssen nicht sein! Du kannst Terra Preta auch selber machen! Dazu benötigst Du Holz- bzw. Pflanzenkohle, und auch die kannst Du selbst produzieren, vorausgesetzt die lokalen Gegebenheiten lassen dies zu und Du hast einen geeigneten Platz dafür!

Außer der selbst erzeugten Pflanzen- bzw Holzkohle benötigst Du für die Terra-Preta-Herstellung später auch noch Kompostmaterial bzw. Komposterde und Effektive Mikroorganismen (letztere musst Du aber nicht unbedingt kaufen, ersatzweise geht es auch mit etwas Bio-Sauerkrautsaft und / oder Wachtel-Urin ;-).

Herkömmliche Holzkohle, wie sie für das Grillen und Kochen verwendet wird, ist für die Zubereitung von Terra Preta übrigens nicht zu empfehlen, denn sie ist zu hart, wurde unter anderen Bedingungen und für andere Zwecke hergestellt; ihre Oberfläche ist nicht porös genug.

Anleitung: Holz- und Pflanzenkohle selbst herstellen

Für die Herstellung von ca. 10 bis 20 Kg Pflanzen- bzw. Holzkohle brauchst Du in etwa die doppelte Menge Holz bzw. Pflanzenmaterial, am besten in Form von gut getrockneten Zweigen und Ästen, wie sie zum Beispiel beim Schnitt einer schönen, gemischt gepflanzten Permakultur-Hecke anfallen (z. B. Hainbuche, Haselnuss, Weißdorn und Kornelkirsche). Du kannst aber auch bereits trockenes (Tot-) Holz bzw. Äste von Bäumen oder Büschen sammeln, die auf dem Boden liegen und in handliche, etwa 30-40 cm lange Stücke schneiden.

Erd-Kon-Tiki selberbauen: so geht’s

Hebe mit dem Spaten eine runde, trichterförmige Vertiefung im Boden aus, der Durchmesser sollte etwa 1,20 Meter betragen, die Tiefe ca. 60 – 70 Zentimeter. Genannt wird diese Art Bodengrube zur Verkohlung von Holz- und Biomasse auch „Erd-Kon-Tiki„, in Anlehnung an den Namen des legendären Inka-Gottes und Weltenschöpfers Qun Tiksi Wiraqucha.

Erd-Kon-Tike/ Erdgrube zur Herstellung von Holzkohle - Skizze
Erd-Kon-Tiki zur Verkohlung von Holz und Biomasse – einfache Skizze/ Querschnitt

Ganz unten, auf dem Boden der Erdgrube schichtest Du nun eine kleine Menge Holz und evtl. etwas Stroh oder Laub zum Anfeuern, und entzündest das Ganze, evtl. mit einem Bio-Holzanzünder.

Nach und nach „fütterst“ Du das Feuer anschließend mit weiteren Ästen und Zweigen. Warte zwischendurch immer etwas, damit das Feuer möglichst gut und rauchfrei brennt!

Sobald der Trichter bis etwa 10 cm unterhalb des oberen Randes bzw. Bodenniveaus mit brennendem und verkohltem Holz gefüllt ist, musst Du das Feuer mit viel Wasser (oder Erde) zügig ablöschen. Je nach Beschaffenheit des Brennmaterials kann es ca. 2 bis 3 Stunden dauern, bis der richtige Zeitpunkt zum Ablöschen erreicht ist. Beim Ablöschen entsteht eine Menge Wasserdampf, sei dabei unbedingt vorsichtig und achte auf die Sicherheit! Wichtig ist, dass zum Schluss absolut kein Feuer mehr brennt. Lass das gelöschte Feuer am besten über Nacht abkühlen. Am nächsten Tag kannst Du dann die Pflanzenkohle entnehmen und weiterverarbeiten. Fülle sie am besten in eine große Tonne und vermenge die Kohle  gleich mit etwas Urin, Gülle und/oder Kompost, damit sie sich mit Nährstoffen anreichern kann. (Denn nur so, in angereicherter Form, kann die Kohle später auch Nährstoffe an Pflanzen abgeben!)

Wichtig: Ebne das „Erd-Kon-Tiki“ bzw. die Grube nach Gebrauch entweder ein, oder decke sie zumindest gut ab, damit keine Igel oder andere Tiere hineinfallen, denn diese können sich evtl. nicht daraus befreien!

Vorteile von Pflanzenkohle und Terra Preta im Permakulturgarten

Besonders bei ausgelaugten, nährstoffarmen Böden können Pflanzenkohle und Terra Preta Positives bewirken; denn sie tragen dazu bei, die Nährstoffversorgung vieler Pflanzen und das Wasser-Speichervermögen des Bodens zu verbessern!

Wichtig: Terra Preta allein hilft nicht viel, wichtig ist immer, dass sie in Kombination mit anderen Verfahren und Methoden der Permakultur eingesetzt wird, zum Beispiel Mischkulturen, Mulch und Gründüngung! Entscheidend für gesundes und gut wachsendes Gemüse ist vor allem ein fein strukturierter, ausgewogener und nährstoffreicher Kompost, den Du am besten mit etwas Sand und/oder Holzfaser- oder Rindenhumus vermischst, und dann auf Deiner Anbaufläche verteilst und leicht einharkst.

Hier ergänzend noch ein sehenswerter Youtube-Film, der zeigt, wie die Pflanzen-Kohle-Herstellung im Erd-Kon-Tiki funktioniert:

  • Weiteres zur Terra-Preta-Herstellung erfährst Du hier
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