Permakultur Matomo zaehler

Haushalt und Wohnen

Nachhaltig Instandsetzen und Renovieren – mit ökologischen Baustoffen!

Wohnraum ist knapp, vor allem in deutschen Städten wird deshalb viel gebaut, und auch auf dem Land werden immer mehr Flächen als Bauland ausgewiesen. Gleichzeitig verfallen vielerorts alte Gebäude.

Dabei wäre es oft sinnvoll und nachhaltig, bestehende Gebäude unter Verwendung ökologischer Baustoffe zu renovieren und zu erhalten. Denn so werden bereits bebaute Flächen genutzt und Ressourcen geschont!

Alte Bausubstanz schützen und fachgerecht reparieren

Historische Gebäude bestehen meist noch aus einer überschaubaren Anzahl ökologisch unbedenklicher Baumaterialien, die bei ihrem Bau regional verfügbar waren und nicht weit transportiert werden mussten. Zum Beispiel Holz, Kalk, Lehm, gebrannter Ziegelstein bzw. Mauerwerk, Stroh und /oder anderen Materialien (je nach den Gegebenheiten vor Ort z. B. auch Reet oder Schiefer).

Wer ein solches, altes Gebäude selbst bzw. mit Freunden instandsetzen oder renovieren möchte, greift am besten auf die ursprünglich verwendeten, bewährten Baustoffe zurück und kombiniert diese nicht mit neueren Produkten der Baustoffindustrie, wie etwas Polystyrol-Dämmplatten, Zementputz, Kunststoffhaltigen Mörteln und anderen „Hilfsstoffen“!

Atmende Wände: was bedeutet „diffusionsoffen“?

Gerade bei alten Fachwerkhäusern ist eine Aussendämmung mit Wärmedämm-Verbundsystemen und Dampfsperre oft unsinnig bzw. kontraproduktiv, denn die alten Mauern solcher Gebäude bestehen in der Regel aus Holz, Lehm und/oder Kalk und müssen gut belüftet und diffusionsoffen bleiben. „Diffusionsoffenheit“ ist ein unter Expertinnen und Experten der Bauphysik rege diskutierter Begriff, und fast schon so etwas wie „eine Wissenschaft für sich“ ;- ) Uns reicht an dieser Stelle aber die Feststellung: Feuchtigkeit darf nicht im Mauerwerk eingeschlossen werden, sondern muss immer entweichen können! Ein gute Möglichkeit der Dämmung schöner, historischer Häuser kann der Einbau einer zusätzlichen „inneren Schale“ sein, z. B. aus Backsteinen oder (Stampf-) Lehm, denn diese Materialien können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Zugleich bleibt so das charakteristische „Gesicht“ des historischen Hauses erhalten und verschwindet nicht hinter einer Aussendämmung! Soll es doch eine Aussendämmung sein, so ist die hinterlüftete Holzverschalung eine gute Option, zum Beispiel aus widerstandfähigem Lärchenholz, das nicht gestrichen werden muss und mit der Zeit eine schöne „Patina“ entwickelt.

Alte Häuser sind Kulturdenkmäler –  sie fachgerecht zu restaurieren und zu erhalten ist wichtig!

Natürlich bauen und dämmen – mit Lehm, Stroh, Hanf und Jute

Ganz im Sinne der Permakultur: natürliche und nachwachsende Baustoffe benötigen bei ihrer Gewinnung und Herstellung wenig Energie, sie kommen ohne schädliche chemische Zusätze aus und schaffen ein wohngesundes Raumklima! Darüber hinaus hinterlassen wir unseren Enkelkindern bzw. nachfolgenden Generationen damit kein ungelöstes Müllproblem, wie mit vielen der neuen, erdölbasierten und die Umwelt belastenden Bau-Materialien! Denn zertifizierte ökologische Baustoffe sind gut recyclebar und unproblematisch, wenn sie später entsorgt werden müssen. Höchste Zeit also, dass Lehm, Stroh, Hanf, Sumpfkalk und andere natürliche, „grüne“ Baustoffe endlich wieder mehr Beachtung finden, und auch in größerem Maßstab, z. B. im Städtebau, verwendet werden!

Wie Du selbst ein kleines Haus bzw. Tiny House mit Jute dämmen kannst, hat Sebastian in einem nützlichen Youtube-Video erläutert. Seine Do-it-yourself-Anleitung lässt sich mit etwas Geschick und Fantasie bestimmt auch auf andere, etwas größere Bauten mit Ständerwerk übertragen, oder auf die Zwischensparren-Dämmung eines Dachstuhls! Erkundige Dich vorher am besten trotzdem noch einmal bei erfahrenen Fachleuten, wie Du den Untergrund bzw. die Konstruktion genau vorbereiten musst. Und achte unbedingt darauf, dass keine Feuchtigkeit in den Dämmstoff gelangen kann (und, falls das doch passieren sollte, dass sie  gut abgeführt wird bzw. wieder verdunsten kann, ohne Schaden anzurichten)! Vielen Dank an Sebastian!

Alte Balken und Fachwerk-Dachstühle selbst restaurieren

Für alle, die ihr Bau- oder Dämmprojekt selbst in die Hände nehmen möchten, sind der Austausch und die Vernetzung mit Gleichgesinnten natürlich besonders wichtig und nützlich! Möglichkeiten dazu gibt es zum Glück jede Menge, durch die wachsende Anzahl von  Permakultur-Initiativen und -Projekten in allen Regionen und Ländern, aber auch durch andere, „spezialisierte“ Gemeinschaften, Vereine und Online-Communities, wie z.B.  https://www.fachwerk.de/ oder den Dachverband Lehm e. V.

Du bist gerade dabei, selbst ein altes Fachwerkhaus zu restaurieren oder hast das demnächst vor? Dann sind die informativen Youtube-Filme von Matthias vielleicht interessant für Dich, denn er hat in mühevoller Arbeit ein rund 600 Jahre altes, alemannisches Fachwerkhaus restauriert. Hier findest Du seinen Kanal bzw. den ersten Film, mit dem er sein Bauprojekt sehr anschaulich und mit viel Liebe zum Detail dokumentiert hat:

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