Permakultur Matomo zaehler

Das Ownhome - Foto: K. Jakob / ownworld.org
Haushalt und Wohnen

Das Ownhome: Ökohaus als Bausatz zum Selberbauen

Gute Nachrichten für alle, die autark und gesund leben und beim Bau ihres Eigenheims etwas für unseren Planeten tun wollen: das „Ownhome“ ist ein praktischer Bausatz, mit dem der Traum vom alternativen Ökohaus relativ einfach und preisgünstig selbst in die Tat umgesetzt werden kann!

Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und Energie: Natürliche, ökologische Gebäude wie das Ownhome verbinden Ästhetik, Wohlbefinden und Praktikabilität.

Ein interessanter Beitrag zum Themenspektrum „nachhaltiges Bauen und autarke Lebensweise“ ist das Ownhome! Es ist 18 Quadratmeter groß und basiert auf einer Holzrahmen-Konstruktion mit Steckverbindungen (Schwalbenschwanzverbindungen). Geliefert wird das Ownhome mit etwa 100 unterschiedlichen, nummerierten Holzbauteilen, die sich nach Angaben der Hersteller auch von Menschen ohne größere handwerkliche Kenntnisse gut „in Eigenregie“ zusammenbauen lassen. Entwickelt wurde das Ownhome von Klemens Jakob und seinem Unternehmen „Ownworld“ in Isingen bei Rosenfeld.

Hinter Ownworld stehen außer Klemens auch seine Frau Tatiana und ein engagiertes Team von Unterstützerinnen und Unterstützern. Finanziert haben sie ihre Ökohaus-Idee, die beständig weiterentwickelt wird, unter anderem über eine Crowdfunding-Kampagne bei Startnext.

 

Wichtige Ziele des Ownhome: ein geringer Ressourcen- und Energieverbrauch des Hauses (beim Bau und bei der späteren Nutzung), ein „weltgerechter“, enkeltauglicher und öko-logischer Lebensstil, gesundes Wohnklima (durch die Verwendung ökologischer Baustoffe ) und ein hohes Maß an Autarkie, also Selbstversorgung und Unabhängigkeit.

Ausstattung des Ownhome: mit Solar-Anlage, Trenntoilette und Gewächshaus

Verwendet werden beim Ownhome ökologische Materialien wie Holz, Holzfaserplatten, Kalk- und Lehmputz. Die Fenster sind dreifach verglast und die gesamte Konstruktion und Dämmung so ausgelegt, dass möglichst wenig Heizenergie benötigt wird.

Für die Energieversorgung ausreichend ist ein kleiner Holzofen, der auch das Wasser im Bad erhitzt, ein Bioethanol-Kocher für die Küche und auf dem Dach eine Photovoltaikanlage. Gespeichert wird die dort produzierte Energie in einem 7-Kilowatt-Blei-Gel-Akku. Von der Wasserpumpe über den Kühlschrank bis zu den LEDs läuft im Ownhome die gesamte Stromversorgung mit Gleichstrom, nicht, wie sonst oft üblich, mit Wechselstrom. Das hat den Vorteil, dass keine Energie bei der Umwandlung in Wechselstrom verloren geht. Interessant und ökologisch ist auch die Technologie für die autarke Wasserversorgung, und das ausgeklügeltes System der Trenn- bzw. Kompost-Toilette im Ownhome. (Mehr dazu im Film am Ende des Beitrags.)

Ganz im Sinne der Permakultur basiert das Ownhome auf festen, ethischen Grundwerten, und es wird ein möglichst hohes Maß an Selbstversorgung angestrebt. Daher hat das kleine Haus zu Südseite hin ein vorgelagertes bzw. angebautes Gewächshaus, das sich durch die Sonne schon im Frühjahr gut erwärmt, und gleichzeitig als „Pufferzone“ für das Haus funktioniert.

Das Ownhome: minimalistisch, aber kein Tiny House

Im Ownhome wird der begrenzte, zur Verfügung stehende Platz sehr geschickt genutzt. Dennoch: ein Tiny House im engeren Sinne ist das Ownhome eigentlich nicht, denn es ist nicht mobil, sondern erfordert ein festes Baugrundstück und eine Baugenehmigung. Wegen der autarken Wasser- und Stromversorgung ist eine solche Genehmigung möglicherweise nicht überall ganz einfach zu bekommen. Beim Stellen des Antrages könnte außer Sorgfalt und Genauigkeit evtl. auch eine gewisse Geschicklichkeit und Überzeugungskraft erforderlich sein. ;-) Aber eigentlich sollten Städte und Gemeinden ja ein besonderes Interesse daran haben, ökologisches, nachhaltiges Bauen zu unterstützen und zu fördern, vor dem Hintergrund der aktuellen Umwelt- und Klimakatastrophe?! ;-) Übrigens lassen sich auch mehrere Ownhomes modular aneinanderbauen; die bewohnbare Fläche kann so vergrößert werden, vorausgesetzt eine entsprechende Baugenehmigung liegt vor.-

Was kostet das Ownhome ?

Der Preis des Ownhome ist stark vom gewünschten Komfort und der gewünschten technischen Ausstattung abhängig, und auch davon, welche Arbeiten in Eigenleistung erbracht werden. Die Basisversion des Ownhome ist nach Informationen von  Ownworld ab 25 Tausend Euro erhältlich. Der Preis kann dann, je nach gewünschter Variante, auf bis zu ca. 100 Tausend Euro ansteigen. Lasst Euch bei Interesse also am besten ein individuelles Preisangebot erstellen!

Rundgang durch’s Ownhome: bitte anmelden!

Wer Interesse hat und mehr erfahren möchte: Immer am ersten Samstag im Monat zwischen 14 und 18 Uhr ist in Isingen offizieller Besuchertag, und Ihr könnt Euch vor Ort selbst ein Bild vom Ownhome machen – bitte meldet Euch jedoch unbedingt rechtzeitig vorher an, und fragt, ob Ihr vorbei kommen könnt, am besten über das Kontaktformular auf der Website von Klemens und „Ownworld“! Dort findet Ihr auch viele weitere nützliche Informationen, Fotos, Skizzen und FAQs zum Ownhome. Wer sich lieber jetzt gleich online einen Eindruck verschaffen möchte: „Peace, Love and Om“ hat Klemens besucht und diesen interessanten, ca. 15-minütigen Youtube-Film über das Ownhome produziert:

 

„Obwohl die Probleme der Welt zunehmend schwieriger und komplexer werden, bleiben die Lösungen doch erstaunlich einfach.“

(“Though the problems of the world are increasingly complex,
the solutions remain embarrassingly simple.”)

Bill Mollison

Unser Fazit: Das Ownhome – und viele andere  Projekte und Initiativen  – zeigen: die Methoden und Technologien, mit der wir unseren Planeten vielleicht doch noch vor der völligen Zerstörung bewahren können sind eigentlich bereits vorhanden und müssten „nur“ stärker angewendet werden. Sie heißen (unter anderem)  Kreislaufwirtschaft, Holz- und Lehmbau, Solarenergie, Recycling, Minimalismus und Konsumboykott … ;-)

Links / Bildnachweis:

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