Permakultur Matomo zaehler

Seifenform zum selberbauen, aus Holz, einer 8 mm Gewindestange und mehrere (Flügel-)Muttern
Haushalt und Wohnen Leben ohne Plastik

Seife selbermachen – Anleitung und Rezept

Die Wintermonate eignen sich perfekt für verschiedene Arbeiten drinnen, vor dem wohlig-warmen Ofen: Brot backen, Gartengeräte reparieren, Permakultur-Pflanz-Pläne aufschreiben … oder: selber Seife herstellen! Das Gute daran: Wer seine Seife selber macht, weiß, was drin ist, spart Kosten für Werbung und Verpackung und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen! Sorgfältiges und sicheres Arbeiten ist bei der Seifenerstellung das A und O, denn zur Herstellung von Seife benötigt man neben verschiedenen Fetten  (wie zum Beispiel Kokosfett, Olivenöl, Rapsöl usw.) auch eine Lauge –  und mit dieser muss sehr  vorsichtig umgegangen werden, da sie Verätzungen der Haut und Schleimhäute verursachen kann!

Zubereitung der Lauge und Seife – Schritt für Schritt

Das Tragen von Gummihandschuhen und Schutzbrille sind bei der Zubereitung von Seife und bei der Herstellung der dazu benötigten Lauge absolute Pflicht! Benötigt wird zur Herstellung der Lauge sogenanntes Ätznatron (NaOH) – dieses wird genau gewogen und entsprechend dem jeweiligen Rezept vorsichtig (!) in eine klare  Flüssigkeit, zum Beispiel destilliertes Wasser oder einen wässrigen Auszug aus Niemblättern, eingerührt. Am besten verwendet man dazu ein großes Glas. Bei der so ausgelösten chemischen Reaktion entstehen Hitze und Dampf, den man auf keinen Fall einatmen darf! Daher sollte man die Lauge am besten nur im Freien oder in einem gut durchlüfteten Raum bzw. bei weit geöffnetem Fenster  herstellen! Wer auf Nummer sicher gehen möchte, trägt bei der Herstellung der Lauge zusätzlich zu den Gummihandschuhen und der Schutzbrille auch noch eine Atemschutzmaske. Haut- und Augenkontakt mit dem Ätznatron und der Lauge sind, wie gesagt, sehr gefährlich und daher strikt zu vermeiden!


Anschließend, nach dem Erkalten, wird die Lauge in das vorbereitete Fett eingerührt und verquirlt, bis eine Pudding-artige Konsistenz erreicht ist. Dieser Vorgang wird auch „Verseifung“ genannt. Gut geeignet dafür ist z. B. ein Stabmixer. Wer möchte, kann zum Schluss noch ein paar Tropfen natürliches Duft-Öl seiner Wahl  hinzugeben, z. B. Lavendel- oder Orangen-Öl. Dann füllt man die Seifenmasse in die vorbereiteten Seifenformen und lässt das Ganze in einem kühlen Raum  1 oder 2 Tage lang abkühlen.  Anschließend löst man die Seife vorsichtig aus der Form, zerteilt den Seifenblock in passende Seifenstücke und lagert diese kühl und trocken, z. B. auf einem Holzregal. Wichtig: die Seife muss mindestens vier bis sechs Wochen lang „reifen“, da sie sonst zu „scharf“  ist und den Säureschutzmantel der Haut beschädigen kann!

Alle für die Seifenherstellung  verwendeten Geräte sollten gründlich gereinigt werden, aber auch dann nicht mehr für Nahrungsmittel verwendet werden.  Zur Herstellung und Verarbeitung von Seife sollte man nur emaillierte Töpfe, Glasbehälter oder Plastikeimer verwenden, da Aluminium, aber auch Edelstahl durch das Ätznatron und die Seifenlauge angegriffen werden. Zum Anrühren der Lauge empfiehlt sich ein Holzlöffel. Ganz besonders wichtig für die Seifenproduktion ist eine gute Küchenwage, denn alle Zutaten müssen sehr genau und je nach Rezept abgewogen werden!

Seife selbermachen
Seife selbermachen: Nach dem Zerteilen müssen die Seifenstücke mindestens vier bis sechs Wochen lang „reifen“

Seifen-Rezept

Hier mein ganz persönliches, selbst erprobtes Rezept für eine Duschseife mit einer Überfettung von ca. 6 %* / bzw. die Zutatenliste:

Für die Lauge:

328 g destilliertes Wasser**
146 g Ätznatron bzw. NaOH

Als Seifenfett:

500 g Kokosfett (in einem Topf schmelzen und dann auf Zimmertemperatur abkühlen lassen), anschließend 190 g Olivenöl, 190 g Rapsöl und 100 g Sonnenblumenöl dazugeben.

 

*Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr und Haftung! Bei der Seifenherstellung sind Sicherheitsvorschriften genauestens zu beachten! Ätznatron und Seifenlauge sind gefährlich und schädigen bei Kontakt Augen und Schleimhäute!

**Statt des destillierten Wassers kann man auch einen Auszug aus Niemblättern verwenden. Dazu gibt man ein oder zwei  Hände voll Niemblätter in  rd. 500  ml Wasser, kocht das ganze auf und lässt die Flüssigkeit etwa 5 Minuten lang weiterköcheln. Nach dem Erkalten giesst man die Flüssigkeit durch ein Sieb und misst von dem Substrat 328 Gramm ab, die man, nach dem Erkalten, für die Zubereitung der Lauge verwendet.) PS: Statt Niemblättern können auch Lorbeerblätter verwendet werden.

Naturix24 – Niemblätter, Nimblätter geschnitten – 1 Kg-Beutel

Seife selbermachen: Seifenrechner ermöglicht viele eigene Seifenrezepte

Wer sich für die Seifenherstellung begeistert und selbst mit verschiedenen Fetten und Mengen experimentieren möchte:  Einen guten Seifenrecher findet Ihr z. B. auf der Seite von Naturseife.com

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