Pflanzengemeinschaften

Pflanzengemeinschaften sind ein wichtiger Bestandteil der Permakultur! Dabei geht es darum, verschiedene Arten so zusammen anzupflanzen, dass sich die Pflanzen gegenseitig unterstützen und gut gedeihen. Umweltschäden durch einseitige Bewirtschaftung werden so verringert, Nährstoffe im Boden, Licht und Wasser optimal ausgenutzt. Die Folge: höhere Erträge, gesunde Pflanzen und ein gutes, ökologisches Gleichgewicht. "Schädlingen" und Krankheiten wird es durch Pflanzengemeinschaften hingegen schwerer gemacht, sich auszubreiten, denn die Pflanzen stärken sich im Idealfall gegenseitig!  Vieles über Pflanzengemeinschaften kann man durch genaue Beobachtung und praktische Gartenarbeit selbst lernen. Hier ein paar Permakulturtipps für "Einsteiger":

Pflanzen mit ähnlichem Nährstoffbedarf am besten nicht unmittelbar nebeneinander anpflanzen, denn  dadurch entsteht eher Konkurenz um Licht, Wasser und Nähstoffe;  die Folge sind dann geringeres Wachstum und niedrigere Erträge.

Beispiele für gute Pflanzengemeinschaften:

  • Paprika und Chili wachsen gut in der Nähe von Tomaten.
  • Basilikum und Knoblauch gedeihen  gut, wenn sie in der Nähe von Tomaten stehen und unterstützen sich gegenseitig.
  • Brennesseln, die am Rand eines Kartoffel-Beetes oder -Ackers  stehen, schützen diese vor dem Kartoffelkäfer.
  • Brennesseln vertragen sich mit Tomaten und sorgen ganz allgemein für einen fruchtbaren Boden (daher niemals alle ausreissen!)
  • Borretsch und Phazelia sehen schön aus, bieten Insekten reichlich Nahrung und eignen sich als Beeteinfassungen, denn sie unterstützen die Bodenaktivität und wirken sich positiv auf das Wachstum anderer Pflanzen aus.
  • Mais wächst gut zusammen mit Bohnen und kleinen Kürbis-Sorten;  am besten ist es, den Mais etwas vorher auszusäen, damit er einen "Wachstumsvorsprung" hat.
  • In jedem Permakulturgarten sollten Stickstoff-bindende Pflanzen (sogenannte Leguminosen) wachsen, denn sie können den Stickstoff aus der Luft aufnehmen und über ihre Wurzeln und mit Hilfe von Knöllchenbakterien  in der Erde speichern und für anderen Pflanzen verfügbar machen. Dazu gehören zum Beispiel Erbsen, Luzerne und Ackerbohnen; aber auch einige Bäume, z.B. Beispiel die Robinie/ Akazie übernehmen diese Funktion!
     

  • Beinwell eignet sich ebenfalls sehr gut  für Pflanzengemeinschaften, denn er transportiert mit seiner Pfahlwurzel Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten nach oben; und mit seinen Blättern kann man wunderbar den Boden "mulchen" und so andere Pflanzen mit Nährstoffen versorgen!

Nicht (oder zumindest weniger) empfehlenswert sind zum Beispiel:

    • Kürbisse in der Nähe von Kartoffeln und Salat
    • Zwiebeln in der Nähe von Kohl
    • Pfefferminze in der Nähe von Möhren
    • Fenchel in der Nähe von Kartoffeln und anderen Pflanzen (Fenchel immer mit Abstand zu anderen Pflanzen anbauen)

Generell gilt im Hinblick auf Pflanzengemeinschaften das wunderbare Permakultur-Prinzip:

"Lass die Natur regulieren und lerne aus Feedback" (nach David Holmgren)

Entscheidend in einem Permakulturgarten ist es, eine möglichst große Vielfalt verschiedener Pflanzen und Lebewesen zu ermöglichen. Es sollte möglichst wenig bzw. gar keine Erde im Garten unbedeckt bleiben! Der Permakultur-Gärtner greift möglichst wenig ein, er  gräbt nicht um, er verwendet keinen Kunstdünger und keine Gifte, sein Bestreben ist es, Pflanzen in ihrem Wachstum zu unterstützen. Ziel ist es immer, gute, stabile Pflanzengemeinschaften zu ermöglichen und die Saat des Lebens zum Keimen zu bringen! Unser Anliegen muss es sein, den Boden durch Mulch zu verbessern und das wunderbare, gegenseitige Beziehungsgeflecht der Pflanzen, Insekten und anderer Lebewesen achtsam zu beobachten, zu respektieren und zu schützen. "Learning by doing" lautet da die Devise, am besten schließt man sich mit anderen Permakulturfreunden zusammen, teilt seine Beobachtungen (und auch seine Missgeschicke), um daraus zu lernen!
Hier noch ein Youtube-Film über Pflanzengemeinschaften (auf englisch):

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