Permakultur Matomo zaehler

Was ist Permakultur?

Das Konzept der Permakultur haben die australischen Naturfreunde  Bill Mollison und David Holmgren, vor ca. 40  Jahren (1978) entwickelt.

Permakultur ist ein ganzheitliches Gestaltungsprinzip, bei dem es darum geht, zukunftsfähige Lebensräume zu gestalten und zu erhalten.

Ein wichtiges Ziel der Permakultur ist es, natürliche Kreisläufe und Energiequellen zu nutzen und zu bewahren, und den Boden und die Artenvielfalt zu verbessern, anstatt sie zu zerstören. Ursprünglich ist das Wort englisch und wird „Permaculture“ geschrieben; es ist eine Zusammensetzung der beiden Wörter „permanent“ (auf deutsch: „dauerhaft“) und „agriculture“ (auf deutsch: „Landwirtschaft“).

Permakultur ist aber weit mehr als nur eine Form der ökologischen Landwirtschaft oder des natürlichen Gärtnerns ohne Gift und Kunstdünger! 

Eher so etwas wie ein übergreifendes Lebenskonzept oder Werkzeug zur positiven Gestaltung einer Welt, in der sich auch noch nachwachsende Generationen bzw. unsere Enkel wohlfühlen können –  ohne Agrar-Gifte, Monokulturen und Massentierhaltung!

Was ist eigentlich ein Kreislauf?

Permakultur ist ein ganzheitliches Gestaltungsprinzip, bei dem es darum geht, zukunftsfähige Lebensräume zu gestalten und zu erhalten.
Permakultur ist ein ganzheitliches Gestaltungsprinzip, bei dem es darum geht, zukunftsfähige Lebensräume zu gestalten und zu erhalten.

Ein Kreislauf im Sinne der Permakultur ist es zum Beispiel, wenn Laub zu Boden fällt, dort von Regenwürmern gefressen und so zu Humus verarbeitet wird, wodurch im nächsten Jahr das Gemüse gut wächst. Alles ohne künstlichen, chemischen Dünger und ohne schädlichen Gifte, die auch noch Geld kosten! Der Igel baut sich aus dem Laub sein Winterquartier. Laubbläser produzieren Abgase und zerstören die Nester von kleinen Bodenlebewesen, wie zum Beispiel Spinnen oder Mäusen, deswegen lehnen wir sie ab! Das Laub schützt die Erde gut vor Wind und Winterkälte, und es bleibt dadurch so warm, dass bestimmte Bodenbakterien besser überleben können. Diese verbessern die Erde noch zusätzlich!

Permakultur: Vielfalt statt Einfalt

In einem Permakulturgarten sieht es immer etwas verwildert aus – und das ist auch gut so!

Permakulturgärtner legen zusätzlich zum Herbstlaub noch sogenannten „Mulch“, also zum Beispiel Heu, Stroh, Rasenmäher-Schnitt, Küchenabfälle oder zerkleinertes Holz auf den Boden, um ihn vor Wind und Regen zu schützen und die Bildung von Humus anzuregen. So gedeihen Bodenbakterien und Regenwürmer noch besser und der Boden wird fruchtbarer!

Wasser bzw. ein kleiner Teich im Garten lockt Leben an: Frosch auf einem Beinwellblatt.
Wasser bzw. ein kleiner Teich im Garten lockt Leben an: Frosch auf einem Beinwellblatt.

Permakultur bedeutet auch, dass man vorhandene Energiequellen intelligent nutzt und Regenwasser sammelt, damit die Pflanzen und Tiere davon leben können. Und dass es gut ist, so viele verschiedene Pflanzen wie möglich in seinem Garten zu haben. Ganz schlimm ist es also, wenn Bauern beispielsweise nur noch Mais anbauen, und im nächsten Jahr wieder nur Mais! Dass nennt man Monokultur. Und das ist so ziemlich das Gegenteil von Permakultur. Denn dann laugt der Boden aus und muss immer künstlich gedüngt werden.

Warum im Permakulturgarten nicht umgegraben wird

Permakulturfreunde achten darauf, den Boden nicht zu zerstören, deswegen wird vollständig auf Gift und Kunstdünger verzichtet, und es wird auch möglichst nicht umgegraben! Denn das würde das natürliche Gleichgewicht im Boden durcheinander bringen und Bodenlebewesen wie z. B. Bakterien und Regenwürmer stören. Außerdem werden durch unnötiges Umgraben oft auch noch die Samen von unerwünschte Beikräutern nach oben befördert, an die umgegrabene Erd-Oberfläche. Dort wachsen diese dann besonders gut und müssen  erst wieder mühsam entfernt werden!



Deswegen wird im Permakulturgarten auf das Umgraben verzichtet!

Möchte man ein Beet neu anlegen, so legt man stattdessen  (unbedruckte!) Pappe oder eine dichte Stroh- oder Heuschicht auf den Boden,  bedeckt diese anschließend reichlich mit abgestorbenem Pflanzenmaterial (Laub, Äste etc.) sowie etwas natürlichem Dung (z.B. Pferde- oder Hühnermist). Darauf kommt dann noch eine Schicht Komposterde, die man vorher mit etwas normaler Gartenerde und je nach Bedarf mit einer Handvoll Holzasche oder Hornspäne vermischen kann. Auf dem so entstandene ca. 60-80 cm hohen Permakulturbeet gedeihen Pflanzen bei ausreichendem Sonnenschein  prächtig, denn sie werden von unten gut mit Nährstoffen versorgt, außerdem speichert so ein Hügelbeet gut die Feuchtigkeit!

Unbedeckten Boden sollte es  im Permakulturgarten möglichst nicht geben, deswegen immer viel mulchen, und Pflanzenmaterial (z.B. Stroh, Laub, Grasschnitt) auf dem Boden verteilen!

Pflanzengemeinschaften: das A und O der Permakultur

In der Permakultur helfen sich die Pflanzen gegenseitig. Wie bei den Menschen! Der eine kann das gut, der andere dies. Eine perfekte Ergänzung. Wenn alle gleich wären, wäre es sehr langweilig und auf Dauer könnten auch gar nicht alle Dinge richtig und gut erledigt werden! Permakultur bedeutet also auch, Bäume und möglichst viele verschiede Pflanzenarten in seinem Garten zu haben, die sich gegenseitig unterstützen! Das Fachwort dafür nennt sich Biodiversität.

Permakultur – von der Natur lernen und mit ihr arbeiten

Die Natur und die lokalen Gegebenheiten genau zu beobachten, ist in der Permakultur ganz besonders wichtig. Denn nur so kann man die Kreisläufe der Natur richtig verstehen und für sich nutzen! Nichts ist schlimmer als „blinder Aktionismus“ im Garten, zum Beispiel die Auswahl von exotischen, nicht heimischen Pflanzen oder das Festhalten an anderen Plänen, die nicht zu den lokalen Bedingungen (Bodenbeschaffenheit, Klima etc.)  passen! Achtsamkeit, Behutsamkeit und  „Langsamkeit“ sind elementare Bestandteile der Permakultur!

Permakultur als soziales Modell  und Lebensphilosophie

Permakultur bedeutet auch, sich mit anderen Menschen zu verbinden, und gemeinsam das Ziel einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Lebensweise zu verfolgen! Ein Ziel könnte es also zum Beispiel sein, dass Menschen, Pflanzen und Tiere in einem Garten oder Lebensprojekt glücklich zusammen leben können, im Einklang mit ihrer Umwelt! Toll sind zum Beispiel auch Hühner oder Schafe, als Teil einer Permakulturgemeinschaft, denn sie sorgen für Zufriedenheit, Nahrung und düngen mit ihren Hinterlassenschaften die Erde! Bodenversiegelungen durch Asphalt oder Beton, aber auch Rollrasen und endlose, langweilige Thujahecken sind ganz und gar nicht im Sinne der Permakultur!

Natürlich können auch Stadtbewohner auf vielfältige Art und Weise Permakulturprinzipien anwenden und für sich nutzen! Zum Beispiel bei Urban-Gardening-Projekten, in der solidarischen Landwirtschaft,  als Stadt-Imker, in Repair-Cafés, durch die Entwicklung neuer, plastikfreier und energiesparender Lebensformen und in vielen anderen Initiativen und Projekten! Öfters mal Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen, einen Johannisbeerstrauch oder eine Hainbuche pflanzen, anstatt eine Kreuzfahrt in die Antarktis zu unternehmen, seine Konsumgewohnheiten überdenken – auch das kann schon ein kleiner Anfang sein, der dazu beiträgt, die Schönheit dieses Planeten zu bewahren! Also, warum warten? Ab in den Garten! Die Natur ist Dein Freund.

>>  Mehr über ein interessantes Permakultur-Projekt in Frankreich – mit anschaulichen Beispielen zur Anwendung von Permakultur-Prinzipien (Film/Reportage)

>> Mehr über Permakultur, Garten und Pflanzen – im Permakultur-ABC von Permakulturtipps.de

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