Obstbäume kalken – Sumpfkalk selber herstellen

Obstbäume, wie zum Beispiel Kirsch- Pflaumen- oder Apfelbäume, im Winter mit einem natürlichen Kalkanstrich zu versehen, hat viele Vorteile: Zum einen schützt man die Rinde damit vor starken Temperaturunterschieden im Frühjahr (Wechsel zwischen Sonneneinstrahlung und Frost), zum anderen tötet man damit Schädlinge und Pilze ab, die dem Baum schaden können und, last not least, düngt man den Boden zugleich mit einer Art natürlichem “Langzeitdünger”, da sich der Kalk bei Regen von der Rinde löst und so nach und nach in die Erde sickert. Wer seine Obstbäume mit einem Kalkanstrich versehen will, ist jetzt schon “etwas spät dran”, denn eigentlich ist die beste Zeit dafür schon Ende Oktober/Anfang November. Grund: der Anstrich sollte am besten bei frostfreier Witterung und auf  trockener Baumrinde erfolgen!

Kalkanstrich: am besten nur auf die trockene Baumrinde

Aber auch wenn im Januar oder Februar eine trockene, frostfreie  Wetter-Phase vorherrscht, kann man diese natürliche, ungiftige Möglichkeit des Baum-Schutzes nutzen! Kalkfarbe kann man selber machen, entweder aus Kalkhydrat, das man in allen “konventionellen” Baumärkten zu einem Preis von ca. 7 bis 10  Euro pro Sack findet, oder, noch besser: aus selbst abgelöschtem Sumpfkalk. Sumpfkalk selberzumachen bietet sich für alle Permakulturgärtner an, die ein eigenes Haus, am besten mit Keller, oder ein frostfreies Nebengebäude ihr eigen nennen.


Sumpfkalk selbermachen: so geht’s

Bei der Herstellung und Verarbeitung von Sumpfkalk sind Sicherheitsvorkehrungen wie zum Beispiel Hand-, Augen- und Mundschutz unerlässlich, weil Kalk stark alkalisch, also ätzend wirkt und weil die chemischen Reaktion von ungelöschtem Kalk und Wasser mit einer starken Wärme- bzw. Hitzeentwicklung verbunden ist. Zur Herstellung benötigt man ungelöschten Brandkalk, oder noch besser: Weißfeinkalk und Wasser. Wer nicht sicher ist, ob er die  Herstellung  selbst hinbekommt, kann auch auf fertige Sumpfkalkfarbe aus dem okölogischen Baustoff-Markt zurückgreifen, zum Beispiel die Produkte der Firma “Kreidezeit”. Preislich deutlich günstiger ist aber die eigene Sumpfkalk-Herstellung. Gerade jetzt, im Winter, wo es im Garten nicht so viel zu tun gibt, kann man diese Arbeit gut in Angriff nehmen! Sumpfkalk ist ein tolles Natur-Produkt, das sehr vielseitig eingesetzt werden kann, auch zum Mauern und Verputzen oder als schimmelhemmende, ökologisch unbedenkliche Wandfarbe! Je länger Sumpfkalk lagert, desto besser wird er, vorausgesetzt er ist immer mit etwas Wasser bedeckt und steht in einem frostfreien Raum! Eine ausgezeichnete Anleitung zur Herstellung von Sumpfkalk hat der Tischlermeister und Restaurator Lothar Jansen-Greef auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht. Tipp: Wir haben uns, auch beeinflusst durch die Ratschläge in den Kommentaren, dafür entschieden, den ungelöschten Kalk wegen der starken Hitze-Entwicklung nicht direkt in einer Plastik-Tonne abzulöschen, sondern das Ganze vorsichtig in einer Stahl-Tonne anzurühren, und anschließend, nach dem Erkalten, vorsichtig in Plastik-Fässer umzufüllen. Hier ist das  tolle Video zum Thema “Sumpfkalkherstellung” – wir empfehlen: Ansehen, “Daumen hoch!” und spenden! ;-)

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